Zur Per­son

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - DM

Pe­ter Pau­li (54) ist seit 2002 CEO von Mey­er Bur­ger, die un­ter ihm ei­ne Trans­for­ma­ti­on durch­lau­fen hat. Der Va­ter zwei­er er­wach­se­ner Kin­der und pas­sio­nier­te Bi­ker hat die Grup­pe auch durch Zu­käu­fe (Roth & Rau, 3S) zum glo­ba­len So­lar­zu­lie­fe­rer aus­ge­baut. Der ge­lern­te Ma­schi­nen­schlos­ser und Ma­schi­nen­bau-Di­plom­in­ge­nieur star­te­te sei­ne Kar­rie­re bei der Tran­selas­tic und wech­sel­te spä­ter zur heu­ti­gen For­bo-Toch­ter Sieg­ling. Seit 2011 sitzt er im VR des Ver­bund­werk­stoff­spe­zia­lis­ten Gu­rit. und trotz­dem Mög­lich­kei­ten nach vor­ne of­fen­zu­hal­ten. Die­ser Spa­gat ist gar nicht so ein­fach, das ga­ran­tie­re ich Ih­nen. Wenn ich se­he, wel­che Nach­fra­ge kom­men könn­te, muss ich ins Um­lauf­ver­mö­gen in­ves­tie­ren, um mei­ne Lie­fer­fä­hig­keit her­zu­stel­len und wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben. Auf der an­de­ren Sei­te muss ich li­qui­de blei­ben und darf mich nicht zu weit aus dem Fens­ter leh­nen. Das ist schwie­rig. Hät­ten Sie mich vor ei­nem Jahr ge­fragt, hät­te ich ge­sagt, drei Li­ni­en sind kein Pro­blem. Aber bis die Pro­jek­te auf­ge­gleist sind, holt ei­nen die nüch­ter­ne Rea­li­tät ein. Da ist man ir­gend­wo in Thai­land un­ter­wegs oder hat ein po­li­ti­sches Pro­blem in Ar­gen­ti­ni­en und wie­der an­ders­wo ein an­de­res. Es harzt. Nicht weil die Tech­no­lo­gie schlecht wä­re, nicht weil der Kun­de kein gu­tes Kon­zept hät­te. Son­dern weil ir­gend­wo im Um­feld wie­der et­was klemmt. Wenn ich se­he, was der Markt nächs­tes Jahr braucht, ge­he ich da­von aus, bis drei Li­ni­en plat­zie­ren zu kön­nen. Das ist auch et­wa das, was wir lie­fern und ab­neh­men kön­nen. Da kön­nen wir jetzt ver­han­deln. Das ist im­mer ei­ne Hür­de für die Ab­nah­me. Wir wol­len un­se­rer­seits aber auch nicht der­art um­fang­rei­che Be­din­gun­gen für die Pro­duk­ti­on beim Kun­den stel­len, die ab­surd wer­den, son­dern su­chen ein part­ner­schaft­li­ches Ver­hält­nis. Es wird im Markt im­mer noch in Me­ga­watt­peak ge­rech­net. Das macht kei­nen Sinn. Wie ef­fi­zi­ent ein Mo­dul ist, bleibt un­be­rück­sich­tigt. Ent­schei­dend ist für ei­ne In­ves­ti­ti­on, was die Kos­ten pro Ki­lo­watt­stun­de sind. Da sieht die Rech­nung für He­te­ro­junc­tion-Zel­len ganz an­ders aus.

«Bis die Pro­jek­te auf­ge­gleist sind, holt ei­nen die nüch­ter­ne Rea­li­tät ein.»

Nun kommt die po­li­ti­sche Fra­ge: Wir müs­sen die Er­zeu­gungs­for­men nicht ge­gen­ein­an­der aus­spie­len, son­dern ei­nen Ener­gie­mix schaf­fen, der ei­ne sta­bi­le Ge­samt­ver­sor­gung bie­tet. Es geht im So­lar­markt dar­um, dass wir bei den Ska­len­ef­fek­ten ein Ni­veau er­hal­ten, mit dem die Ener­gie­kos­ten fal­len.

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