Fer­ra­ri strebt Ko­tie­rung an

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Fer­ra­ri soll an die Börse. Der Ver­wal­tungs­rat des Mut­ter­kon­zerns Fi­at Chrys­ler Au­to­mo­bi­les (FCA) hat am Mitt­woch grü­nes Licht ge­ge­ben. Ge­plant ist, rund 10% der Ak­ti­en über ein Erst­zeich­nungs­an­ge­bot (IPO) im Pu­bli­kum zu streu­en und die rest­li­chen An­tei­le des Mut­ter­hau­ses auf sei­ne Ak­tio­nä­re zu ver­tei­len.

Die Se­pa­rie­rung soll im Lau­fe des nächs­ten Jah­res statt­fin­den. An­ge­dacht ist ei­ne Ko­tie­rung in den USA; ei­ne Zweit­ko­tie­rung in Eu­ro­pa wird er­wo­gen. Nach Be­kannt­wer­den der Plä­ne ha­ben sich be­reits vie­le An­le­ger Fer­ra­ri-An­tei­le ge­si­chert. Wie das? In­dem sie Ak­ti­en von FCA er­wor­ben ha­ben. Die­se ver­teu­er­ten sich am Mitt­woch 13%.

FCA ge­hö­ren 90% von Fer­ra­ri. Wei­te­re 5% hält Mu­ba­da­la. Der Staats­fonds aus Abu Dha­bi hat­te auch schon 10% ge­hal­ten, doch konn­te die Fi­at Group über Op­tio­nen die Hälf­te da­von zu­rück­kau­fen. Das ge­schah vor vier Jah­ren – aus heu­ti­ger Sicht zu ei­nem Spott­preis: 122 Mio. € für 5%. Heu­te wä­re weit mehr auf­zu­brin­gen.

Fer­ra­ri ar­bei­tet über­aus ren­ta­bel. An die Mess­lat­te im Au­to­mo­bil­bau, Por­sche, kommt der Sport­wa­gen­her­stel­ler aber nicht her­an. Nach neun Mo­na­ten des lau­fen­den Jah­res be­trug sei­ne EbitMar­ge 13,6% (i. V. 15,4) – aus 2011 Mio. € Um­satz wur­de ein Be­triebs­ge­winn (Ebit) von 274 Mio. € ge­zo­gen. Die Volks­wa­gen-Toch­ter Por­sche kam im sel­ben Zei­t­raum mit sechs­mal mehr Um­satz auf 15,7% (18,2).

Durch die Tren­nung wür­den das wert­vol­le ita­lie­ni­sche Er­be und die ein­zig­ar­ti­ge Stel­lung von Fer­ra­ri be­wahrt, lässt sich FCA-Prä­si­dent John El­kann, En­kel von Gi­an­ni Ag­nel­li, zi­tie­ren. Rich­tig un­ab­hän­gig wird Fer­ra­ri aber nicht. Seit 10. Sep­tem­ber ist der CEO von FCA, Ser­gio Marchionne, auch Chair­man von Fer­ra­ri. Zu­vor hat­te er ei­nen Füh­rungs­kampf mit dem lang­jäh­ri­gen und auf Un­ab­hän­gig­keit be­dach­ten Chef­len­ker Lu­ca Cor­de­ro di Mon­te­ze­mo­lo für sich ent­schie­den. Auch wer­den bei­de Häu­ser mit Exor – ei­ner In­vest­ment­ge­sell­schaft der Ag­nel­li-Fa­mi­lie (30,04%) – den­sel­ben Gross­ak­tio­när ha­ben.

Die Ab­spal­tung von Fer­ra­ri ist Teil ei­nes grös­se­ren Ka­pi­tal­pa­kets, mit dem der Bu­si­ness­plan 2014 bis 2018 von FCA ab­ge­si­chert wer­den soll. Die Emis­si­on ei­ner Wan­del­an­lei­he über 2,5 Mrd. $ ist ein wei­te­res Ele­ment da­von, und auch die Aus­ga­be von rund 100 Mio. FCAAk­ti­en – 65 Mio. neu­en und 35 Mio. aus dem Ei­gen­be­sitz – ge­hört da­zu. Der Grund für das Ka­pi­tal­pa­ket ist ein­fach: En­de Sep­tem­ber be­trug die Net­to­ver­schul­dung im In­dus­trie­ge­schäft der FCA er­schre­ckend ho­he 11,4 Mrd. €.

Zum Um­satz konn­te der aus der Über­nah­me der Chrys­ler Group durch die Fi­at Group her­vor­ge­gan­ge­ne Kon­zern Er­freu­li­che­res be­rich­ten: Er zog im drit­ten Quar­tal 14% auf 23,6 Mrd. € an. Der Ebit nahm – eben­falls dank Chrys­ler – gut 7% auf 926 Mio. € zu. Die Mar­ge ging von 4,2 auf 3,9% zu­rück. Der Quar­tals­ge­winn ver­harr­te mit 188 Mio. € un­ge­fähr auf Vor­jah­res­ni­veau.

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