Lon­za un­ter Ab­ga­be­druck

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - GRI

In den Va­lo­ren der im Um­bau be­find­li­chen Lon­za ist viel, mög­li­cher­wei­se zu viel Fan­ta­sie ent­hal­ten. Nur so ist der star­ke Kurs­ver­lust von rund 8% auf un­ter 107 Fr. am Frei­tag nach der Prä­sen­ta­ti­on des nicht quan­ti­fi­zier­ten Ge­schäfts­über­blicks zu er­klä­ren.

Der Phar­ma­zu­lie­fe­rer und Fein­che­mie­her­stel­ler ist in fast al­len Seg­men­ten auf Kurs. Der schwa­che Som­mer hat ihm je­doch im Ge­schäft mit Che­mi­ka­li­en zur Was­ser­be­hand­lung in Swim­ming­pools ei­nen Strich durch die Rech­nung ge­macht. Der Be­reich trägt den gröss­ten An­teil zum Um­satz in der Fein­che­mie­spar­te bei.

We­gen des schwä­cher als er­war­tet aus­ge­fal­le­nen Er­geb­nis­ses im Was­ser­ge­schäft hat Lon­za die Um­satz­er­war­tun­gen auf Kon­zern­ebe­ne nach unten an­ge­passt. Statt wie bis an­hin mit ei­nem Um­satz­plus von 5% rech­net sie für 2014 im Ver­gleich zum Vor­jahr neu mit ei­nem Wachs­tum un­ter die­sem Ni­veau. Der um Son­der­ef­fek­te be­rei­nig­te ope­ra­ti­ve Ge­winn (Kern-Ebit) soll je­doch nach wie vor 10% stei­gen.

Auf­trä­ge von Big Phar­ma

Er­freu­lich ent­wi­ckel­te sich das Ge­schäft mit Wirk­stof­fen für die Phar­ma­in­dus­trie. Die Aus­las­tung konn­te er­höht wer­den. Lon­za ist es zu­dem ge­lun­gen, zwei neue Auf­trä­ge zur Pro­duk­ti­on von in­no­va­ti­ven Prä­pa­ra­ten (An­ti­kör­per-Dru­gKon­ju­ga­ten) an Land zu zie­hen.

Wei­ter wur­de ein lang­jäh­ri­ger Ver­trag mit dem US-Phar­ma­kon­zern Bris­tolMy­ers Squibb (BMS) ver­län­gert. Da­bei wur­de of­fen­ge­legt, dass Lon­za in der kom­mer­zi­el­len Pro­duk­ti­on des Krebs­me­di­ka­ments Ni­vo­lu­m­ab von BMS in­vol­viert sein wird. Das Arz­nei­mit­tel wur­de be­reits der US-Ge­sund­heits­be­hör­de FDA zur Zu­las­sung ein­ge­reicht und ba­siert auf dem PD-1-An­satz. Da­bei soll das kör­per­ei­ge­ne Im­mun­sys­tem ge­gen die Krank­heit sti­mu­liert wer­den. Ni­vo­lu­m­ab wird BMS nach Schät­zung von Ana­lys­ten zu Spit­zen­zei­ten meh­re­re Mil­li­ar­den jähr­lich ein­spie­len. Da­von dürf­te auch Lon­za et­was in den Schoss fal­len.

Holz­ge­schäft bleibt bei Lon­za

Über­dies teil­te Lon­za mit, dass das Ge­schäft mit Che­mi­ka­li­en zur Be­hand­lung von Holz nicht ab­ge­spal­ten wer­den soll. Wie es scheint, konn­te sich Lon­za mit in­ter­es­sier­ten Käu­fern nicht über den Preis ei­ni­gen. Of­fen­bar läuft das Ge­schäft die­ser Spar­te so gut, dass sich das Un­ter­neh­men nun doch nicht von ihr tren­nen will.

Voll­stän­dig ab­ge­schrie­ben wird da­für der An­teil von Lon­za am ur­sprüng­lich auf die Her­stel­lung von Bio­si­mi­lars (vgl. Sei­te 12) aus­ge­rich­te­ten Jo­int Ven­ture mit Te­va. Die Ab­schrei­bun­gen wer­den das Er­geb­nis in die­sem Jahr mit 83 Mio. Fr. be­las­ten. Auf die Ge­winn­schät­zung von «Fi­nanz und Wirt­schaft» für 2014 ha­ben sie kei­nen Ein­fluss, da sie be­reits in der Be­rech­nung be­rück­sich­tigt sind. Den­noch re­du­ziert FuW die Pro­gno­se we­gen Wech­sel­kurs­ef­fek­ten von 5.70 auf 5.40 Fr. je Ak­tie für die­ses Jahr.

Aus fun­da­men­ta­ler Sicht blei­ben die Va­lo­ren von Lon­za ei­ne span­nen­de Wet­te. Das Un­ter­neh­men hat Auf­hol­be­darf bei der Pro­fi­ta­bi­li­tät. Es hat sich denn auch zum Ziel ge­setzt, die Mar­gen zu er­hö­hen, und scheint da­mit Fort­schrit­te zu ma­chen. 2013 re­sul­tier­te im Ver­gleich zum Vor­jahr ei­ne Ver­bes­se­rung der Kern-Ebit-Mar­ge um 1,7 Pro­zent­punk­te auf 12,2%. Im ers­ten Halb­jahr lag die Pro­fi­ta­bi­li­tät bei 13,4%. An­le­ger be­hal­ten vor die­sem Hin­ter­grund die Ti­tel mit Vor­teil im Au­ge. Kurs­rück­schlä­ge las­sen sich für Zu­käu­fe nut­zen. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Lon­za im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/

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