Go­ver­nan­ce

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN -

Grund­sät­ze der gu­ten und ver­ant­wor­tungs­vol­len Un­ter­neh­mens­füh­rung, sub­su­miert un­ter dem Be­griff Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce, be­tref­fen je­den Ak­tio­när. «Fi­nanz und Wirt­schaft» pu­bli­ziert re­gel­mäs­sig Ar­ti­kel zu Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce in Schwei­zer Un­ter­neh­men, er­stellt von Gre­gor Gre­ber, exe­ku­ti­ver VR-Prä­si­dent des Ak­tio­närs­dienst­leis­ters zRa­ting. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit der­je­ni­gen der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men. gen und tie­fen In­ves­ti­tio­nen in den Un­ter­halt zeigt Wir­kung.

An der Ge­ne­ral­ver­samm­lung im De­zem­ber sol­len die Ak­tio­nä­re die­se Ge­schäfts­zah­len ab­neh­men und die Ver­gü­tun­gen des Ma­nage­ments ge­neh­mi­gen. Die Sta­tu­ten der Aryz­ta si­chern al­len Ak­tio­nä­ren die vol­le Ak­tio­närs­de­mo­kra­tie zu. Kei­ne Vin­ku­lie­rung und kei­ne Stimm­rechts­ak­ti­en hin­dern die Pu­bli­kums­ak­tio­nä­re in ih­rem Ab­stimm­ver­hal­ten. Die Ak­tio­nä­re sind an­ge­hal­ten, ei­nen Teil ih­rer Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, in­dem sie die Trak­tan­den ge­nau stu­die­ren und ih­re Ein­wil­li­gung zur Ma­nage­ment­ver­gü­tung er­tei­len.

Die Trak­tan­den­lis­te und die früh­zei­ti­ge, kon­se­quen­te Um­set­zung sämt­li­cher Vor­ga­ben der Ver­ord­nung ge­gen über­mäs­si­ge Ver­gü­tun­gen bei ko­tier­ten Ge­sell­schaf­ten ( Ve­güV) sind recht vor­bild­lich. Ei­ne Aus­nah­me bil­det al­ler­dings die Re­ge­lung des Kon­kur­renz­ver­bots über zwölf Mo­na­te, die kurz­fris­ti­ge Bo­nus­an­sprü­che um­fasst.

Be­reits 2014 kam das Ma­nage­ment in den Ge­nuss ei­ner 50%igen Er­hö­hung der Ver­gü­tung. Dies, weil Ge­winn­wachs­tum und Wert­ge­ne­rie­rung knapp er­reicht wur­den. Ge­mes­sen an den – na­tür­lich – be­rei­nig­ten Wer­ten in Be­zug auf Wachs­tum und Ren­di­te. Der nächs­te Geld­re­gen könn­te be­reits wie­der in zwei Jah­ren – über ei­nen Op­ti­ons­plan – auf die Ge­schäfts­lei­tung nie­der­pras­seln. Der ak­tu­el­le Wert der rund 1,5 Mio. Op­tio­nen lässt sich auf über 60 Mio. Fr be­zif­fern.

In­ter­es­sen­kon­flikt

zRa­ting wird die Ab­leh­nung der Ver­gü­tun­gen emp­feh­len und die Wie­der­wahl der Re­vi­si­ons­ge­sell­schaft PwC ab­leh­nen. Sie hat­te in den letz­ten fünf Jah­ren über 12 Mio. € für die Re­vi­si­on in Rech­nung ge­stellt. Wei­te­re Di­enst­leis­tun­gen für Cor­po­ra­te Fi­nan­ce, Trans­ak­ti­ons-, Steu­er und Rechts­dienst­leis­tun­gen ste­hen mit dem glei­chen Be­trag in den Bü­chern. Der po­ten­ti­el­le In­ter­es­sen­kon­flikt ist zu gross.

An­ders als in ei­nem Ge­bäck soll­te in ei­ner Bi­lanz kei­ne Luft ein­ge­ba­cken wer­den. Der Nähr­wert der Ge­winn­rei­hen und der ope­ra­ti­ven Leis­tung des Ma­nage­ments ist in un­se­ren Au­gen miss­ver­ständ­lich de­kla­riert. Die Ge­winn­rei­hen wer­den seit Jah­ren be­rei­nigt. Die ho­hen Ma­nage­ment­be­zü­ge hin­ge­gen nicht. Gre­gor Gre­ber ist exe­ku­ti­ver Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent des Ak­tio­närs­dienst­leis­ters zRa­ting und VR-Mit­glied von In­ra­te.

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