Aus Win­ti in die Welt

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - MR

Von der «Pam­pa» an den Pa­ra­de­platz: Was heu­te UBS heisst, war einst die Bank in Win­ter­thur, ge­grün­det 1862 von drei­zehn ver­mö­gen­den Her­ren der Stadt. Die Bank war ka­pi­tal­kräf­tig ge­nug, um im jun­gen Bun­des­staat die vor­an­schrei­ten­de In­dus­tria­li­sie­rung, na­ment­lich den Ei­sen­bahn­bau, und den Han­del zu un­ter­stüt­zen. Sie fi­nan­zier­te denn auch et­li­che Un­ter­neh­mens­grün­dun­gen (die Schwei­ze­ri­sche Lo­ko­mo­ti­vund Ma­schi­nen­fa­brik SLM, das Ho­tel Baur au Lac Zürich, die spä­te­re Win­ter­thur Un­fall bei­spiels­wei­se). Wo Chan­cen, da Ri­si­ken: Die Bank in Win­ter­thur er­litt auch schon mal hap­pi­ge Ver­lus­te, et­wa beim Zu­sam­men­bruch der Na­tio­nal­bahn. In den 1880er-Jah­ren brach­te das De­ba­kel der Lloyd-Trans­port­ver­si­che­rung und der Lloyd-Rück­ver­si­che­rung die Bank ins Wan­ken; im Ver­wal­tungs­rat roll­ten Köp­fe. 1887 muss­te das In­sti­tut sa­niert wer­den. 1912 fu­sio­nier­te die Win­ter­thu­rer mit der Tog­gen­bur­ger Bank zur Schwei­ze­ri­schen Bank­ge­sell­schaft mit Sitz in Win­ter­thur und St. Gal­len. Erst 1945 ver­leg­te sie die Ge­schäfts­füh­rung nach Zürich. 1998 schlos­sen sich Bank­ge­sell­schaft und Bank­ver­ein zum Gi­gan­ten UBS zu­sam­men. Im düs­te­ren Ok­to­ber 2008 muss­te der ur­plötz­lich «arme Mann im To­cken­burg» zu Bern an­klop­fen – «He­rie­mi­ni, welch ei­ne Frey­heit, zu bet­teln, wenn man nichts mehr hat», wie Ul­rich Brä­ker wuss­te. Doch wer liest den noch. Die Se­rie Non­val­eur er­scheint in lo­ser Fol­ge (hier Teil 61, sie­he www.fuw.ch/dos­sier/non­val­eur). Sie ba­siert auf der Samm­lung Wert­pa­pier­welt der SIX Group in Ol­ten.

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