Wie der Trend be­stimmt wer­den kann

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - GM

«The trend is your fri­end», lau­tet ein be­kann­tes Bör­sen­bon­mot. Der Be­griff stammt aus der tech­ni­schen Ana­ly­se, die ver­sucht, die künf­ti­ge aus der ver­gan­ge­nen Kurs­ent­wick­lung ab­zu­lei­ten. Ein Trend gilt als in­takt, bis er ge­bro­chen wird. Ein Tech­ni­ker han­delt des­halb nie ge­gen die vor­herr­schen­de Rich­tung. Wie aber wird der Trend be­stimmt?

Ne­ben Trend­li­ni­en nach Au­gen­mass und der Ori­en­tie­rung an ver­gan­ge­nen Höchst und Tiefst sind glei­ten­de Durch­schnit­te am wei­tes­ten ver­brei­tet. Die Be­rech­nung ist ein­fach: die Sum­me der Schluss­kur­se der letz­ten Han­dels­ta­ge di­vi­diert durch die An­zahl Han­dels­ta­ge – fer­tig. Das Schö­ne dar­an: Dank der Durch­schnitts­bil­dung wer­den die er­ra­ti­schen täg­li­chen Schwan­kun­gen ge­glät­tet. Das er­mög­licht den Blick auf die grund­le­gen­de Ten­denz, los­ge­löst vom Ta­ges­lärm.

Wer auf glei­ten­de Durch­schnit­te setzt, kann zwi­schen meh­re­ren Trend­de­fi­ni­tio­nen wäh­len. In der ein­fachs­ten Ver­si­on wird der Kurs mit der Trend­li­nie ver­gli­chen. No­tiert er hö­her, be­fin­det sich die Ak­tie im Auf­wärts­trend – und um­ge­kehrt. In ei­ner wei­te­ren Ver­si­on gilt ein Auf­wärts­trend als in­takt, so­lan­ge sich der Kurs über der Durch­schnitts­li­nie be­wegt und die­se steigt. Ge­nau um­ge­kehrt ver­hält es sich im Ab­wärts­trend. Und in ei­ner drit­ten Ver­si­on wird der Kurs mit ei­nem kür­ze­ren und ei­nem (oder meh­re­ren) län­ge­ren Durch­schnitt(en) ver­gli­chen. Im Auf­wärts­trend no­tiert der Kurs über dem kür­ze­ren und die­ser über dem nächst­län­ge­ren Mit­tel.

Be­son­ders be­liebt sind der 50-, der 90- und der 200-Ta­ge-Durch­schnitt. Letz­te­rer dürf­te des­halb so hoch in der An­le­ger­gunst ste­hen, weil er fast ein Han­dels­jahr ab­deckt. Grund­sätz­lich gilt: Je kür­zer die Pe­ri­ode, des­to schnel­ler re­agiert das Si­gnal, des­to häu­fi­ger kommt es aber auch zum Fehl­alarm. Wel­che Zeit­span­ne für den Durch­schnitt ge­wählt wird, hängt al­so pri­mär vom An­la­ge­ho­ri­zont ab. Tra­der ver­wen­den kür­ze­re, In­ves­to­ren län­ge­re Zei­t­räu­me.

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