From ze­ro to he­ro – so schnell geht’s

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - HF

So­li­de Da­ten von Kon­junk­tur und Un­ter­neh­men, Lob fürs Fed und Sti­mu­lus aus Ja­pan ge­ben Schub.

mit grösst­mög­li­che, zu­min­dest psy­cho­lo­gi­sche Wir­kung er­zie­len. Im Sog ei­ner star­ken Ja­pan­bör­se zeig­ten sich am Frei­tag al­le an­de­ren Märkte wie schon die gan­ze Wo­che von der freund­li­chen Sei­te – ein Spiel­ver­der­ber, wer an frü­he­re, wir­kungs­lo­se Me­di­zin der Bank von Ja­pan er­in­ner­te.

Das Au­f­at­men nach dem Zu­sam­men­tref­fen po­si­ti­ver Er­eig­nis­se war gleich­sam zu spü­ren, nach­dem noch in der ers­ten Ok­to­ber­hälf­te sor­gen­vol­le Ge­dan­ken den Markt be­schäf­tigt hat­ten. So schnell kann’s an der Börse ge­hen. In nur zwei Wo­chen stie­gen die re­le­van­ten US-In­di­zes von Tief zu Hoch: Deut­lich über 17 000 – zum drit­ten Mal in die­sem Jahr – no­tier­te der Dow Jo­nes In­dus­tri­al am Frei­tag­vor­mit­tag, auf ei­nem neu­en Re­kord von 17 370, +3,4% re­spek­ti­ve +7,8% im Wo­chen- re­spek­ti­ve Zwei­wo­chen­ver­gleich.

Ob ein sol­cher Wet­ter­um­schwung nach­hal­tig ist, bleibt ei­ne an­de­re Fra­ge. Wetter und Kli­ma sind auch an den Ak­ti­en­märk­ten zwei Paar Schu­he. So über­trie­ben schlecht das Kli­ma noch An­fang des Mo­nats emp­fun­den wor­den war, so über­zeich­net mag jetzt die ge­gen­tei­li­ge Ein­schät­zung sein. Geo­po­li­ti­sche Ri­si­ken, Wachs­tums­schwä­chen in wei­ten Tei­len der Welt­wirt­schaft ein­schliess­lich der Schwel­len­län­der und ge­gen Mar­gen­schwund kämp­fen­de Un­ter­neh­men sind ge­nau­so Rea­li­tät wie im Qu­er­ver­gleich stolz be­wer­te­te US-Börsen, al­ler­dings mit dem Vor­teil, im Kon­junk­tur­zy­klus der üb­ri­gen Welt vor­aus zu sein und gleich­wohl wei­ter­hin von nied­ri­gen Zin­sen pro­fi­tie­ren zu kön­nen. Die vor Wo­chen­schluss pu­bli­zier­ten schwä­che­ren Kon­sum­aus­ga­ben im Sep­tem­ber ta­ten der Zu­ver­sicht kei­nen Ab­bruch.

Auf Ein­zel­ti­te­l­ebe­ne do­mi­nier­ten, wie schon er­wähnt, die Licht­bli­cke. US Steel (40.08 $, im Wo­chen­ver­gleich +8,6%) leg­te eben­so bes­se­re Quar­tals­zah­len als er­war­tet vor wie Goo­dye­ar (24.12 $, +15,9%), bei­des sind er­mu­ti­gen­de Si­gna­le aus früh­zy­kli­schen Bran­chen. Die Quar­tals­be­rich­te der Öl­rie­sen ExxonMo­bil (95.95 $, +1,5%) und Chev­ron (+2,7%) führ­ten ei­ne Er­ho­lung des zu­letzt schwa­chen Sek­tors her­bei, der un­ter stark ge­sun­ke­nen Öl­prei­sen ge­lit­ten hat­te.

Mit Ap­plaus be­dacht wur­den am Vor­tag die Quar­tals­zah­len von Vi­sa (240 $, +12,7%) und Mas­ter­Card (84 $, +13,6%). Vi­sas Ge­winn war 14% hö­her als vor Jah­res­frist. Die Zah­len von Lin­ke­dIn ka­ta­pul­tier­ten die An­tei­le des Kar­rie­re­netz­werks am Frei­tag­vor­mit­tag 12,4% auf 228.33 $ nach oben. Gold­man Sachs hält am Kurs­ziel von 250 $ fest. Grou­pon ge­wan­nen nach Zah­len 15,2%. In­tel wa­ren mit +3% Ge­win­ner im Dow. Zah­len von On Se­mi­con­duc­tor und Mi­cro­chip sorg­ten für ei­nen Stim­mungs­um­schwung im Sek­tor.

Ab­wärts ging es da­ge­gen für Star­bucks (75.88 $, Frei­tag­vor­mit­tag –2,8%). Die Kaf­fee­ket­te wächst zwar wei­ter kräf­tig. Der Aus­blick aufs nächs­te Ge­schäfts­jahr ist aber nur ver­hal­ten. Ne­ga­ti­ver Aus­reis­ser war auch Face­book (75 $, Wo­chen­ver­lust 7,1%). Zur An­kur­be­lung der teu­ren Zu­käu­fe Whats­App und Oru­lus sind gros­se In­ves­ti­tio­nen nö­tig. Auch für So­ci­al Me­dia wach­sen die Bäu­me nicht in den Him­mel.

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