Gold­in­itia­ti­ve

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - BRU­NO FÄH,

Mit der Gold­in­itia­ti­ve wol­len die Initi­an­ten die Gold­re­ser­ven der Na­tio­nal­bank mas­siv er­hö­hen, die­se aber gleich­zei­tig in Ket­ten le­gen. Die SNB könn­te so ih­ren Auf­trag nicht mehr er­fül­len. Ein fol­gen­schwe­rer Denk­feh­ler: Die Initi­an­ten ver­lan­gen näm­lich, dass die SNB min­des­tens 20% ih­rer Ak­ti­ven in Gold hal­ten muss und das Gold nicht ver­kau­fen darf. So müss­te die Na­tio­nal­bank auf ei­nen Schlag für 65 Mrd. Fr. Gold kau­fen, um die For­de­run­gen der Initia­ti­ve zu er­fül­len. Da die­ses Gold nie mehr ver­kauft wer­den dürf­te, könn­te es auch nicht ge­nutzt wer­den, um un­se­re Wäh­rung zu schüt­zen; gleich ei­nem Feu­er­lö­scher, der bei ei­nem Brand nicht be­nutzt wer­den darf.

Statt Si­cher­heit in tur­bu­len­ten Zei­ten zu bie­ten, wür­de das un­ver­käuf­li­che Gold die Hand­lungs­fä­hig­keit der Na­tio­nal­bank be­schrän­ken, Ar­beits­plät­ze ver­nich­ten und Lö­cher in die Kas­sen von Bund und Kan­to­nen reis­sen. Als die Na­tio­nal­bank 2011 ei­ne Kurs­un­ter­gren­ze fest­leg­te, hat sie Schlim­me­res ver­hin­dert und un­zäh­li­ge Ar­beits­plät­ze ge­ret­tet. Die­ses Han­deln, das un­se­re Wirt­schaft in der Kri­se ge­ret­tet hat, war nur durch die Un­ab­hän­gig­keit der SNB mög­lich.

Die Schweiz ist so gut durch die welt­wei­te Fi­nanz- und Schul­den­kri­se ge­kom­men wie kaum ein an­de­res Land. Da­bei war die Si­tua­ti­on auch in der Schweiz zeit­wei­se dra­ma­tisch. 2011 wur­de der Fran­ken im Ver­hält­nis zum Eu­ro im­mer stär­ker. In­nert kur­zer Zeit wur­den Schwei­zer Pro­duk­te im Aus­land mas­siv teu­rer – für un­se­re er­folg­rei­che Ex­port­in­dus­trie und den Tou­ris­mus ei­ne Ka­ta­stro­phe.

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