Hel­la geht mit Netz an die Börse

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Ei­ne Art Bör­sen­gang für Vor­sich­ti­ge scheint in Deutsch­land Schu­le zu ma­chen. Was der Che­mie­kon­zern Evo­nik 2013 vor­mach­te, ahmt nun der Au­to­zu­lie­fe­rer Hel­la nach: Pu­bli­kums­öff­nung mit vor­gän­gi­ger Pri­vat­plat­zie­rung. 11,1 Mio. Ak­ti­en aus ei­ner Ka­pi­tal­er­hö­hung hat Hel­la un­ter qua­li­fi­zier­ten In­ves­to­ren, dar­un­ter Fa­mi­ly Of­fices, in Deutsch­land und Eu­ro­pa zu je 25 € am un­te­ren Rand der Preis­span­ne (25 bis 28 €) plat­ziert. Aus dem Mit­tel­zu­fluss von 278 Mio. € brut­to soll un­ter an­de­rem das Wachs­tum in Asi­en und Ame­ri­ka for­ciert wer­den.

Wei­te­re 5,75 Mio. Ti­tel (in­klu­si­ve Mehr­zu­tei­lungs­op­ti­on) aus dem Be­stand der Al­t­ak­tio­nä­re wer­den im Rah­men ei­nes be­schleu­nig­ten Book­buil­ding-Ver­fah­rens bis 6. No­vem­ber of­fe­riert. Ab 11. No­vem­ber sol­len die Ak­ti­en im Pri­me Stan­dard Frank­furt so­wie an der Börse Lu­xem­burg ge­han­delt wer­den. Die Grün­der­fa­mi­li­en Hu­eck und Röp­ke wol­len min­des­tens bis 2024 60% an der Grup­pe hal­ten, wie sie in ei­nem Pool-Ver­trag er­klärt ha­ben. Sechs Mo­na­te nach Ko­tie­rung kön­nen sie so­mit wei­te­re 25% der Ak­ti­en ab­ge­ben. Um in den deut­schen Mid-Cap-In­dex MDax auf­ge­nom­men zu wer­den, ist ein Streu­be­sitz von 25% nö­tig.

Den Weg des Bör­sen­gangs mit Pri­vat­plat­zie­rung be­grün­det Jür­gen Beh­rend, per­sön­lich haf­ten­der ge­schäfts­füh­ren­der Ge­sell­schaf­ter von Hel­la, da­mit, dass sie Trans­ak­ti­ons­si­cher­heit ge­währ­leis­te. Ba­sie­rend auf 25 € je Ak­tie wür­de Hel­la, die im Ge­schäfts­jahr 2014 (per En­de Mai) 5,3 Mrd. € um­setz­te und rund 31 000 Mit­ar­bei­ter be­schäf­tigt, ein Bör­sen­wert von 2,8 Mrd. € zu­ge­stan­den. Die Rechts­form der Kom­man­dit­ge­sell­schaft auf Ak­ti­en (KGaA) bringt mit sich, dass ei­ne Über­nah­me ge­gen den Wil­len der Gross­ak­tio­nä­re un­mög­lich ist.

Hel­la be­zeich­net sich als ein welt­weit füh­ren­der Au­to­zu­lie­fe­rer. Im Be­reich Licht­tech­nik ist die Grup­pe Markt­stu­di­en zu­fol­ge auf den Plät­zen drei oder vier welt­weit zu fin­den. Die Ti­tel ver­spre­chen ein reiz­vol­les In­vest­ment zu wer­den: Seit dem Ge­schäfts­jahr 2004/05 (per En­de Mai) ist der Um­satz im Durch­schnitt jähr­lich 6,3% ge­wach­sen. 30% des Net­to­ge­winns sol­len aus­ge­schüt­tet wer­den. Die Ren­di­te auf dem in­ves­tier­ten Ka­pi­tal von über 15% (2014) zeigt, dass Hel­la trotz Kos­ten­druck Wert schafft. Das Ge­schäft ist zu­dem we­ni­ger zy­klisch, als es auf den ers­ten Blick aus­sieht: Rund ein Vier­tel des Um­sat­zes stammt aus dem Er­satz­teil­ge­schäft.

In­ves­to­ren kön­nen sich aber für ein En­ga­ge­ment Zeit las­sen: Weil wei­te­re Ak­ti­en ab­ge­stos­sen wer­den könn­ten, dürf­te der Kurs an­fangs eher ge­drückt blei­ben – dar­auf zu­min­dest lässt das Bei­spiel Evo­nik schlies­sen.

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