Warn­ru­fe der Chef­ein­käu­fer

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - PR

Der Ein­kaufs­ma­na­ger­index (Purcha­sing Ma­na­gers In­dex, PMI) misst die Ve­rän­de­rung der wirt­schaft­li­chen Ak­ti­vi­tät. Da­zu wer­den mo­nat­lich die Chef­ein­käu­fer von Un­ter­neh­men zu Auf­trags­ein­gang, Pro­duk­ti­on, Be­schäf­ti­gung, La­ger­be­stand und wei­te­ren The­men be­fragt. Sie ge­ben an, ob die Be­din­gun­gen bes­ser, gleich oder schlech­ter sind als im Vor­mo­nat. Aus der Zahl po­si­ti­ver und ne­ga­ti­ver Ant­wor­ten wird ein Dif­fu­si­ons­in­dex be­rech­net, der zwi­schen 0 und 100 liegt. Ein Wert von 50 be­deu­tet kei­ne Än­de­rung zum Vor­mo­nat, Wer­te dar­über/dar­un­ter ei­ne Ver­bes­se­rung/Ver­schlech­te­rung. Der wich­tigs­te PMI für das ver­ar­bei­ten­de Ge­wer­be, der Ma­nu­fac­tu­ring In­dex des In­sti­tu­te for Supp­ly Ma­nage­ment (ISM), bil­det mit ei­nem Vor­lauf von drei bis sechs Mo­na­ten die Dy­na­mik der US-In­dus­trie­pro­duk­ti­on ab. Wer­te über 50 si­gna­li­sie­ren ei­nen Pro­duk­ti­ons­an­stieg. Er ist auch ein In­di­ka­tor für die Ge­samt­wirt­schaft. Die kri­ti­sche Gren­ze liegt aber tie­fer: In der Ver­gan­gen­heit wa­ren be­reits Wer­te über 43,2 Vor­bo­ten für ei­ne wach­sen­de Wirt­schaft.

In den Schwel­len­län­dern hat sich die Si­tua­ti­on ge­mäss den In­dus­trie-PMI un­ter dem Strich leicht ver­bes­sert. Star­ke Wachs­tums­im­pul­se sucht man je­doch ver­geb­lich. In Chi­na deu­ten die Früh­in­di­ka­to­ren auf ei­ne Sta­bi­li­sie­rung des Wirt­schafts­wachs­tums auf tie­fe­rem Ni­veau hin. Wäh­rend der of­fi­zi­el­le PMI aus Pe­king sich leicht von 51,1 auf 50,8 ver­schlech­ter­te, nahm der PMI der Gross­bank HSBC 0,2 Punk­te auf 50,4 zu. Der HSBC-In­di­ka­tor er­fasst im Ver­gleich zum of­fi­zi­el­len In­dex mehr klei­ne und mit­tel­gros­se Un­ter­neh­men. Sie bil­den die Wirt­schafts­dy­na­mik gut ab und sind zy­kli­scher als die gros­sen Staats­be­trie­be.

Von den an­de­ren Bric-Staa­ten, Bra­si­li­en, Russ­land und In­di­en, be­fin­det sich nur In­di­en auf ei­nem ei­ni­ger­mas­sen so­li­den Wachs­tums­kurs. Der Ein­kaufs­ma­na­ger­index der In­dus­trie ist dort von 51 auf 51,6 ge­stie­gen und no­tiert da­mit schon ein gan­zes Jahr über der kri­ti­schen Mar­ke von 50. Russ­lands In­dus­trie­pro­duk­ti­on wird auch in den kom­men­den Mo­na­ten höchs­tens sta­gnie­ren, und in Bra­si­li­en ist kei­ne Trend­wen­de in Sicht. In Süd­afri­ka je­doch zeich­net sich ei­ne Er­ho­lung in der ge­beu­tel­ten In­dus­trie ab. Der ent­spre­chen­de PMI ist un­ter­des­sen auf 51,8 vor­ge­rückt. Süd­afri­kas Wirt­schaft ist we­gen der an­hal­ten­den Streiks im Mi­nen­sek­tor nur knapp ei­ner Re­zes­si­on ent­gan­gen und dürf­te die­ses Jahr ein Wirt­schafts­wachs­tum von we­ni­ger als 1% auf­wei­sen. In Me­xi­ko, Po­len und der Tür­kei sind die PMI eben­falls auf Wachs­tums­kurs.

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