Hol­cim bleibt oh­ne Ap­plaus

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN SCHWEIZ - PHIL­IPP GOLLMER

DADB plant den Bör­sen­ab­gang. Im Wo­chen­ver­lauf prä­sen­tie­ren sechs SMI-Un­ter­neh­men die Zah­len.

ie An­le­ger an der Schwei­zer Börse gönn­ten sich zum Wo­chen­be­ginn ei­ne Ver­schnauf­pau­se. Nach zwei Wo­chen mit stei­gen­den Kur­sen nah­men sie am Mon­tag Ge­win­ne mit. Der Swiss Mar­ket In­dex (SMI) ver­lor seit Frei­tag 1,4% auf 8718,02.

Ab­wärts ging es für Hol­cim (–4,2%). Der Ze­ment­kon­zern ver­fehl­te in den ers­ten neun Mo­na­ten des Jah­res die Er­war­tun­gen. Das Er­geb­nis wur­de stark von Wech­sel­kurs­ef­fek­ten be­las­tet, wo­bei sich die Si­tua­ti­on für Hol­cim im drit­ten Quar­tal je­doch deut­lich ver­bes­sert hat. Da­ne­ben drück­ten Son­der­auf­wen­dun­gen die Be­triebs­mar­ge (vgl. Sei­te 7).

CS Group (–3,2%) lit­ten am Mon­tag un­ter ei­ner Ver­kaufs­emp­feh­lung durch So­cié­té Gé­né­ra­le. Der zu­stän­di­ge Ana­lyst senkt das Kurs­ziel um 10 auf 19 Fr. und die Ein­stu­fung von «Hold» auf «Sell». Die Ab­stu­fung wur­de mit der un­ter­durch­schnitt­li­chen Ka­pi­ta­li­sie­rung der Gross­bank be­grün­det. Kei­nen Ein­fluss auf den Kurs der Ak­ti­en UBS (–1,5%) hat­te der Frei­spruch für den ehe­ma­li­gen UBS-Ma­na­ger Raoul Weil, der vor ei­nem US-Bundesgericht we­gen Bei­hil­fe zu Steu­er­be­trug an­ge­klagt war.

Am Di­ens­tag ka­men die Ak­ti­en der gros­sen Schwei­zer Lu­xus­gü­ter­kon­zer­ne nach ne­ga­ti­ven Ana­lys­ten­kom­men­ta­ren un­ter Druck. Die Deut­sche Bank senk­te das Ra­ting für Ri­che­mont (–3,5%) auf «Hold». Das Un­ter­neh­men prä­sen­tiert am Frei­tag Halb­jah­res­zah­len, wo­bei die Deut­sche Bank von ei­nem schlep­pen­den Ge­schäfts­ver­lauf aus­geht. Dar­über hin­aus senk­ten So­cié­té Gé­né­ra­le und Gold­man Sachs das Kurs­ziel für Swatch Group (In­ha­ber –3,1%).

Zah­len­rei­gen im SMI

Ne­ben Ri­che­mont prä­sen­tie­ren in der zwei­ten Wo­chen­hälf­te wei­te­re SMI-Un­ter­neh­men Er­geb­nis­se. Swiss­com (Ak­ti­en –1,4%) dürf­te am Don­ners­tag ei­nen hö­he­ren Um­satz und ope­ra­ti­ven Ge­winn mel­den. We­gen In­ves­ti­tio­nen in die In­fra­struk­tur er­war­ten Ana­lys­ten je­doch ei­nen 1,2% nied­ri­ge­ren Ge­winn. Von In­ter­es­se sind wei­ter In­for­ma­tio­nen über den Markt­ein­tritt des Vi­deo­st­rea­m­ing-Por­tals Net­flix. Der Di­enst nutzt zwar die In­fra­struk­tur von Swiss­com, kon­kur­riert je­doch im TV-Ge­schäft mit dem Tele­com­an­bie­ter. Span­nend ist auch, ob sich das Ma­nage­ment zu den Spe­ku­la­tio­nen um ei­nen Ver­kauf der ita­lie­ni­schen Toch­ter Fast­web äus­sert.

Eben­falls am Don­ners­tag ste­hen Neun­mo­nats­zah­len von Zu­rich In­suran­ce (Ak­ti­en –0,2%) an. Der Ver­si­che­rer dürf­te er­neut von ei­ner un­ter­durch­schnitt­li­chen Scha­den­last pro­fi­tiert ha­ben. Wei­ter darf man In­for­ma­tio­nen zum Fort­schritt der Re­struk­tu­rie­rung der Or­ga­ni­sa­ti­on und zur Um­set­zung der neu­en stra­te­gi­schen Ziel­set­zun­gen er­war­ten.

Am Frei­tag folgt Swiss Re (Ak­ti­en –1,2%) mit Quar­tals­zah­len. Die Rück­ver­si­che­rungs­bran­che kämpft auf­grund er­höh­ter Kon- kur­renz mit sin­ken­den Ta­ri­fen für Na­tur­ka­ta­stro­phen­de­ckung. An­le­ger er­hof­fen sich vom Swiss-ReEr­geb­nis Auf­schluss dar­über, wie stark der Schwei­zer Rück­ver­si­che­rer da­von be­trof­fen ist.

Am Don­ners­tag pu­bli­ziert Adec­co (Ak­ti­en –1,4%) Quar­tals­zah­len. Die Ge­schäf­te dürf­ten im drit­ten Quar­tal ähn­lich ver­lau­fen sein wie im ers­ten Halb­jahr. Wäh­rend Ana­lys­ten in ei­ni­gen Märk­ten durch­aus mit Um­satz­zu­wachs rech­nen, hat die Dy­na­mik in den Schlüs­sel­märk­ten Frank­reich und Deutsch­land nicht an­ge­zo­gen.

ADB vor Go­ing Pri­va­te

Die Ak­ti­en des Mul­ti­me­dia­di­enst­leis­ters ADB (+30,3%) sol­len von der Börse ver­schwin­den. Die Ak­tio­närs­grup­pe 4T, die rund 45% an ADB hält, will für die üb­ri­gen Pa­pie­re ein öf­fent­li­ches An­ge­bot zu je 15.50 Fr. lan­cie­ren. Dies ent­spricht ei­ner Prä­mie von 34% zum Schluss­kurs vom Frei­tag. Da­zu plant die Grup­pe den Rück­kauf ei­ge­ner Ak­ti­en zum glei­chen Preis.

ADB will das Ge­schäfts­mo­dell an die neu­en Rea­li­tä­ten im TVMarkt an­pas­sen. Der Ver­wal­tungs­rat ist der An­sicht, dass für die da­mit ein­her­ge­hen­den Un­si­cher­hei­ten die Ex­po­niert­heit als ko­tier­te Ge­sell­schaft nicht ge­eig­net sei.

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