Go­ing Pri­va­te: ADB-Ak­tio­när will hö­he­ren Preis

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Die ge­plan­te De­ko­tie­rung des Mul­ti­me­dialö­sungs­an­bie­ters ADB weckt Be­gehr­lich­kei­ten. Der Ver­lags­er­be Wil­helm Gold­mann hat nach dem öf­fent­li­chen Kauf­an­ge­bot von ADB-Gross­ak­tio­när 4T (45,7%) sei­nen An­teil auf 5,17% auf­ge­stockt. Gold­mann hält seit Mai 3,1% und ist qua­li­fi­zier­ter Ak­tio­när mit Ein­sichts- und Ein­spruch­recht, wie Lo­ren­zo Ol­gia­ti von der Kanz­lei Schel­len­berg Witt­mer er­klärt. Zu FuW sag­te Gold­mann, er hal­te das An­ge­bot von 15.50 Fr. je Ti­tel für zu nied­rig. Er wol­le sich mit Ak­tio­nä­ren ver­bün­den und mit ADB ver­han­deln. Der In­ves­tor sieht die Pu­bli­kums­ak­tio­nä­re der Chan­ce auf ei­ne bes­se­re Ent­wick­lung be­raubt.

Die Gen­fer Grup­pe hat seit dem Bör­sen­gang 2005 (Aus­ga­be­preis: 51 Fr.) den Um­satz um die Hälf­te stei­gern kön­nen, aber mar­gen­mäs­sig ge­lit­ten. Der Ak­ti­en­kurs fiel seit 2006 ste­tig, be­vor 2012 ei­ne leich­te Er­ho­lung ein­setz­te. Der ge­plan­te Um­bau zu ei­nem Soft­ware­an­bie­ter sei äus­serst in­ter­es­sant, da die Mar­gen in die­sem Be­reich «deut­lich hö­her als bei ei­nem Hard­ware­her­stel­ler» sei­en, sagt Gold­mann. Es sei für ihn «mehr als nur ge­recht­fer­tigt, dass für die voll­stän­di­ge Kon­trol­le über das Un­ter­neh­men vom Über­neh­mer ei­ne an­ge­mes­se­ne Prä­mie auf den via Fair­ness Opi­ni­on er­mit­tel­ten Wert von 15.50 Fr. be­zahlt wird».

Die Be­ra­ter von IFBC ka­men im Auf­trag von ADB auf ei­nen fai­ren Wert von 14.01 bis 16.25 Fr. Das An­ge­bot der Grup­pe 4T um ADB-VR-Prä­si­dent And­rew Ry­bi­cki zu 15.50 Fr. ent­spricht ei­ner Prä­mie von 34% auf den Schluss­kurs per 31. Ok­to­ber und 20% auf den vo­lu­men­ge­wich­te­ten Durch­schnitt der ver­gan­ge­nen sech­zig Ta­ge.

Wer­den über 90% der Ti­tel an­ge­dient, kann ADB ei­nen so­ge­nann­ten Squee­zeout Mer­ger ma­chen. Der Ver­wal­tungs­rat kann fer­ner die be­grün­de­te De­ko­tie­rung be­an­tra­gen. Der Ak­tio­närs­dienst­leis­ter zRa­ting kri­ti­siert, die das Go­ing Pri­va­te un­ter­stüt­zen­den VR-Mit­glie­der stün­den im In­ter­es­sen­kon­flikt. Ei­ne ADB-Spre­che­rin wies dies zu­rück. Der we­nig li­qui­de Mi­cro Cap wird an der Börse der­zeit mit dem 1,6-fa­chem Buch­wert und ei­nem KGV von 9 bis 11 (2015) be­wer­tet.

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