No Non­sen­se

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Das wä­re mal ein kon­struk­ti­ves Volks­be­geh­ren: «Zum Schutz des Wirt­schafts­stand­orts Schweiz». Es könn­te et­wa für Initia­ti­ven, die der schwei­ze­ri­schen Wett­be­werbs­fä­hig­keit of­fen­kun­dig scha­den wür­den, ein JaQuo­rum von zwei Drit­teln for­dern.

Die­ser Ta­ge er­hal­ten die Stimm­be­rech­tig­ten das Ma­te­ri­al zu den drei Vor­la­gen vom 30. No­vem­ber. Man­che Men­schen dürf­ten eher dump­fen Un­mut ven­ti­lie­ren, statt kühl ab­zu­wä­gen. Der Ap­pell, der von Aus­lands­märk­ten ab­hän­gi­gen Schwei­zer Wirt­schaft das Le­ben nicht un­nö­tig zu er­schwe­ren, wird nicht über­all ver­fan­gen.

Die Nei­gung, Initia­ti­ven an­zu­neh­men, ist ge­stie­gen (Min­der, Mas­sen­ein­wan­de­rung). Sol­che Si­gna­le wer­den re­gis­triert, von an­säs­si­gen In­ves­to­ren wie auch von den­je­ni­gen, die den Stand­ort Schweiz für ei­ne An­sied­lung prü­fen. Auch die mit al­ler­lei Gift­pil­len – Erb­schafts­steu­er, Grund­ein­kom­men etc. – über­frach­te­te Ab­stim­mungs­pipe­line wird wahr­ge­nom­men. Das schafft Un­si­cher­heit. Ba­nal, aber wahr: Die At­trak­ti­vi­tät des Stand­orts Schweiz ist kein Na­tur­ge­setz. Sie will ge­pflegt statt mut­wil­lig scheib­chen­wei­se ver­ju­belt wer­den. Es gibt auch so schon reich­lich Schwie­rig­kei­ten, mit de­nen Un­ter­neh­men hier­zu­lan­de zu­recht­kom­men müs­sen (vgl. Sei­te 5). Doch die po­li­ti­schen Ri­si­ken für den Stand­ort wer­den an den star­ken Par­tei­po­len ver­drängt. Die Rech­te läs­tert über die bi­la­te­ra­len «Ver­träg­lein» mit der EU, die Lin­ke über «Angst­ma­che» der Wirt­schaft.

Was in welt­ver­ges­se­ner Na­bel­schau über­se­hen wird: Die Schweiz hat Kon­kur­renz. Die schläft nicht, die heu­chelt bloss. Das zeigt der Fall der Lu­xem­bur­ger Steu­er­ru­lings, Mar­ke Ex-Re­gie­rungs­chef Juncker. Der Spre­cher des heu­ti­gen EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten sagt da­zu: «Al­le tun al­les, um In­ves­ti­tio­nen an­zu­zie­hen.» Die Schwei­zer soll­ten we­nigs­tens nichts tun, um In­ves­to­ren zu ver­prel­len.

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