Auf dem Stand von 2006

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - JA­KOB TANZ­MEIS­TER

Die jüngs­ten Kurs­aus­schlä­ge an den Märk­ten ( Vo­la­ti­li­tät) und die ge­rin­ge­re Ri­si­ko­be­reit­schaft der In­ves­to­ren ha­ben die Be­wer­tun­gen von Wan­del­an­lei­hen in jüngs­ter Zeit un­ter Druck ge­setzt. Bei der Be­wer­tung von Wan­del­an­lei­hen wird üb­li­cher­wei­se der Wert der ein­ge­bet­te­ten Ak­ti­en­op­ti­on her­an­ge­zo­gen.

Zu die­sem Zweck wird die im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät der Op­ti­on be­rech­net. An­ders aus­ge­drückt: Es wird be­rech­net, wel­che Schwan­kungs­brei­te ( Vo­la­ti­li­tät) der Kurs der un­ter­lie­gen­de Ak­tie der Wan­del­an­lei­he in Zu­kunft auf­wei­sen muss, um den ak­tu­el­len Kurs (des Wand­lers) zu recht­fer­ti­gen.

Auf Ba­sis die­ser Be­wer­tungs­grund­la­ge ist die An­la­ge­klas­se in den ver­gan­ge­nen Wo­chen in ei­nen äus­serst güns­ti­gen Be­reich ge­sun­ken. Dies gilt vor al­lem für Eu­ro­pa, wo die im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät in­zwi­schen wie­der den Stand von 2006 er­reicht hat.

Die jüngs­te Ver­bil­li­gung be­deu­tet, dass der Er­werb von Ak­ti­en­op­tio­nen über die Zeich­nung eu­ro­päi­scher Wan­del­an­lei­hen güns­ti­ger ist als auf dem Hö­he­punkt der Kri­se in der Eu­ro­zo­ne. Die Ent­wick­lung spie­gelt zwar die Markt­li­qui­di­tät wäh­rend des jüngs­ten Aus­ver­kaufs. Sie er­scheint je­doch nicht an­ge­mes­sen bzw. über­trie­ben. Das zeigt al­lein schon die fun­da­men­ta­le Si­tua­ti­on der Emit­ten­ten von Wan­del­an­lei­hen. Ein Blick auf die Kre­ditspreads eu­ro­päi­scher Wan­del­an­lei­hen macht dies deut­lich.

Trotz ei­ner leich­ten Aus­wei­tung lie­gen die Spreads deut­lich un­ter ih­ren Höchst, die wäh­rend der Eu­roschul­den­kri­se er­reicht wur­den. Da­mals ver­lang­ten An­le­ger un­ge­fähr fünf­mal so ho­he Kre­ditspreads wie heut­zu­ta­ge. Und tat­säch­lich be­gin­nen die In­ves­to­ren die Chan­cen wahr­zu­neh­men, die sich durch die­se ex­tre­men Be­wer­tun­gen bie­ten.

Gleich­zei­tig ist das Ge­schäft am Pri­mär­markt in der jüngs­ten Vo­la­ti­li­täts­pha­se fast zum Er­lie­gen ge­kom­men. Es gibt kaum noch Neu­emis­sio­nen. Das be­deu­tet, dass die zu­sätz­li­che Nach­fra­ge auf ein kurz­fris­tig ge­sun­ke­nes An­ge­bot trifft, was sich eben­falls di­rekt auf die Kur­se aus­wirkt. Al­les in al­lem bie­tet das ak­tu­el­le Um­feld da­her in­ter­es­san­te Ein­stiegs­ge­le­gen­hei­ten für An­le­ger, die sich in Wan­del­an­lei­hen en­ga­gie­ren wol­len.

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