Was­ser­far­ben

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Ein frü­her Roth­ko? Mit­nich­ten; kein abs­trak­ter Ex­pres­sio­nis­mus, son­dern Land­wirt­schaft. Die Vo­gel­schau auf Mas­sa­chu­setts zeigt Cr­an­ber­ry-Fel­der zur Ern­te­zeit; die ist im Herbst und geht nun zu En­de. Die «gross­früch­ti­ge Moos­bee­re» wird in Nord­ame­ri­ka (und fast nur dort) in

gros­sem Stil an­ge­baut, eben in Neu­eng­land, in Qué­bec, vor al­lem aber in Wis­con­sin. Cr­an­ber­ries, die in frei­er Na­tur im Mo­or­land ge­dei­hen, wer­den auf ebe­nen, ein­ge­deich­ten Fel­dern an­ge­pflanzt und in der Wachs­tums­pha­se re­gel­mäs­sig be­wäs­sert. Um sie zu ern­ten, flu­ten die Far­mer die Fel­der bis zu 20 cm über die Zwerg­sträu­cher und fah­ren sie dann mit Ma­schi­nen ab, die durch Stru­del­sog die Bee­ren vom Busch lö­sen. Die Luft­kam­mern in den Bee­ren sor­gen für den Auf­trieb an die Was­ser­ober­flä­che, wo der ro­te Se­gen sich leicht zu­sam­men­zie­hen lässt. Über För­der­bän­der oder Pum­pen ge­langt er in Last­wa­gen, dann in die Fa­b­rik. Der Gross­teil der Ern­te wird zu Saft ge­presst. Das ge­sam­te nord­ame­ri­ka­ni­sche, da­mit na­he­zu glo­ba­le Cr­an­ber­ry-Bu­si­ness steht für et­wa 4 Mrd. $ Wert­schöp­fung p. a. Der welt­wei­te Kunst­markt ist ge­gen 70 Mrd. $ schwer. Kul­tur schlägt Agri­kul­tur.

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