Kost­spie­li­ge Aus­bil­dung

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - FH

Vie­le Ame­ri­ka­ner sa­hen sich im Nach­gang der Fi­nanz­kri­se ge­zwun­gen, ih­re Ver­schul­dung ab­zu­bau­en. Wäh­rend Im­mo­bi­li­en- und Kon­sum­kre­di­te zu­min­dest tem­po­rär san­ken, ver­zeich­ne­te ei­ne Ka­te­go­rie un­ge­brems­tes Wachs­tum: die Stu­den­ten­dar­le­hen. Wie Zah­len der US-No­ten­bank (Fed) be­le­gen, ha­ben die hier aus­ste­hen­den Ver­bind­lich­kei­ten per En­de drit­tes Quar­tal ein Re­kord­vo­lu­men von 1,3 Bio. $ er­reicht.

Be­reits zie­hen hoch­ran­gi­ge Be­hör­den­ver­tre­ter Par­al­le­len zur Sub­pri­meK­ri­se. Denn ob­schon das Vo­lu­men deut­lich klei­ner als im Hy­po­the­ken­ge­schäft ist, zei­gen sich die alt­be­kann­ten, un­schö­nen Merk­ma­le ei­ner Über­schul­dung. So ist der An­teil der Stu­di­en­kre­di­te, die sich min­des­tens neun­zig Ta­ge in Zah­lungs­ver­zug be­fin­den, über die ver­gan­ge­nen Jah­re auf rund 10% ge­stie­gen. Die Be­ra­tungs­kom­mis­si­on TBAC ( Tre­a­su­ry Bor­ro­wing Ad­vi­so­ry Com­mit­tee) warnt zu­dem: Wür­de man die Zah­lungs­auf­schü­be ein­rech­nen, die Schuld­ner et­wa bei ei­ner Ar­beits­lo­sig­keit be­an­tra­gen kön­nen, lä­ge die­se Zahl noch­mals 23 Pro­zent­punk­te hö­her.

Die Stu­di­en­ver­schul­dung wird als ei­ner meh­re­rer Grün­de an­ge­se­hen, wes­halb der Haus­ei­gen­tü­me­r­an­teil bei den un­ter 35-jäh­ri­gen Ame­ri­ka­nern seit 2005 kon­ti­nu­ier­lich sinkt. Auch be­las­tet sie die öf­fent­li­che Hand. Denn nur rund 10 bis 15% der Dar­le­hen wer­den von pri­va­ten Kre­dit­häu­sern wie bei­spiels­wei­se der US-Gross­bank Wells Far­go ver­ge­ben.

Im­mer­hin hat sich die mo­nat­li­che Zins­be­las­tung über die letz­ten Jah­re ver­rin­gert. Das sei ge­mäss ei­ner Stu­die der Broo­kings In­sti­tu­ti­on aber pri­mär dar­auf zu­rück­zu­füh­ren, dass sich die Rück­zah­lungs­dau­er deut­lich ver­län­gert hat.

Ei­nen Sün­den­bock für die Pro­ble­me ha­ben die Be­hör­den be­reits aus­ge­macht: Schon seit ei­ni­gen Jah­ren ste­hen die pro­fit­ori­en­tier­ten Bil­dungs­un­ter­neh­men, die sich als Al­ter­na­ti­ve zu staat­lich ge­führ­ten Schu­len eta­bliert ha­ben, in der Kri­tik. Ei­ner der Vor­wür­fe: Es wür­den vie­le kost­spie­li­ge Stu­di­en­gän­ge an­ge­bo­ten, die auf fi­nanz­schwa­che Be­völ­ke­rungs­schich­ten aus­ge­rich­tet sind – da­bei aber kaum ei­ne Aus­bil­dung ver­mit­teln, die spä­ter im Ar­beits­markt auch tat­säch­lich von Nut­zen ist.

Das US-Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um hat des­halb ver­gan­ge­ne Wo­che neue Vor­schrif­ten er­las­sen. In­sti­tu­ten soll der Zu­griff auf staat­li­che Aus­bil­dungs­gel­der un­ter­sagt wer­den, wenn sie ei­nen zu ho­hen An­teil an Stu­den­ten auf­wei­sen, die im Schul­den­dienst in Ver­zug ge­ra­ten sind. Be­reits hat ei­ne In­dus­trie­grup­pe, die mehr als 1400 pro­fit­ori­en­tier­te Un­ter­neh­men um­fasst, ge­gen die neu­en Be­stim­mun­gen Kla­ge ein­ge­reicht.

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