US-Ak­ti­en he­ben ab

Finanz und Wirtschaft - - MONITOR - THO­MAS HÄR­TER,

Wäh­rend der S&P 500 zwi­schen­zeit­lich ein neu­es Hoch er­reich­te, fie­len Öl­fu­tures mit 77.14 $/Fass auf lo­ka­le Tiefs. Noch im Ju­ni wur­den rund 102 $/Fass be­zahlt. Da die OPEC-Län­der ei­ne hö­he­re mar­gi­na­le Spar­quo­te als die Öl­kon­su­men­ten ha­ben und ge­ne­rell von ei­ner Rechts­ver­schie­bung der An­ge­bots­kur­ve aus­ge­gan­gen wer­den muss (po­si­ti­ver An­ge­bots­schock), dürf­te das Re­al­wirt­schafts­wachs­tum mit ei­ner Zeit­ver­zö­ge­rung von rund ei­nem hal­ben Jahr ei­nen deut­li­chen Schub er­fah­ren.

Da die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) im Ge­gen­satz zur USNo­ten­bank (Fed) den nor­ma­len Kon­su­men­ten­preis­in­dex für die Ziel­in­fla­ti­ons­grös­se ver­wen­det, setzt der Öl­preis­rück­gang die EZB ver­mehrt un­ter Druck, ei­ne ex­pan­si­ve­re Geld­po­li­tik zu ver­fol­gen als das Fed. Rats­mit­glied Yves Mersch be­ton­te denn auch, dass die EZB be­reit ist, nächs­te Wo­che mit dem Auf­kauf von «As­set Ba­cked Bonds» zu be­gin­nen.

Das Sen­tix-An­le­ger­ver­trau­en in der Eu­ro­zo­ne ist im No­vem­ber über­ra­schend von 13,7 auf 11,9 ge­stie­gen; ge­rech­net wor­den war mit ei­nem Rück­gang von 10 Ba­sis­punk­ten. Die EZB hat den Kauf von Co­ve­r­ed Bonds ein we­nig ein­ge­dämmt. Bald soll schon der Kauf von ri­si­ko­be­haf­te­ten Kre­dit­ver­brie­fun­gen (ABS) fol­gen. Die USA und die Volks­re­pu­blik Chi­na – die bei­den gröss­ten Volks­wirt­schaf­ten der Welt – buh­len um die Füh­rungs­rol­le in Asi­en. Chi­na be­für­wor­tet ei­ne asia­tisch-pa­zi­fi­sche Frei­han­dels­zo­ne. Ei­nem sol­chen Ab­kom­men ste­hen die USA eher skep­tisch ge­gen­über. Den­noch wird nun ei­ne sol­che Frei­han­dels­zo­ne ge­prüft, wie die Mi­nis­ter des asia­tisch-pa­zi­fi­schen Wirt­schafts­bünd­nis­ses (Apec) ver­kün­de­ten. Jüngst hat­te die

Der Öl­preis­ver­fall könn­te das rea­le Wirt­schafts­wachs­tum sti­mu­lie­ren.

Zwei buh­len um Asi­en

Volks­re­pu­blik 40 Mrd. € Start­ka­pi­tal für die asia­ti­sche In­fra­struk­tur­bank zur Ver­fü­gung ge­stellt. Nun sol­len 32 Mrd. € in ei­nen Fonds zur ver­bes­ser­ten An­bin­dung asia­ti­scher Märkte flies­sen.

Auch Russ­land rich­tet sich mehr nach Os­ten aus, um sei­ne Ab­hän­gig­keit von Eu­ro­pa zu ver­rin­gern: Mit Chi­na sol­len 17 Ab­kom­men un­ter­zeich­net wor­den sein, dar­un­ter ein Gross­ver­trag über rus­si­sche Gas­lie­fe­run­gen. Da­ne­ben tra­fen sich Ja­pans und Chi­nas Prä­si­den­ten erst­mals seit mehr als zwei Jah­ren und wol­len den Ter­ri­to­ri­al­kon­flikt um die fisch­rei­chen ost­chi­ne­si­schen In­seln – gros­se Gas­vor­kom­men wer­den vor Ort ver­mu­tet – an­ge­hen.

Die rus­si­sche Zen­tral­bank ver­such­te sich ge­gen den Ver­fall des Ru­bels zu weh­ren, in­dem sie an- droh­te, die De­vi­sen­ge­schäf­te in­län­di­scher Fi­nanz­in­sti­tu­te zu kon­trol­lie­ren. Am Di­ens­tag krebs­te sie al­ler­dings wie­der ver­bal zu­rück: First De­pu­ty Go­ver­nor Ale­xei Si­ma­novs­ky sag­te, es wä­ren noch kei­ne ex­pli­zi­ten Ru­bel-Li­qui­di­täts­li­mits vor­ge­schrie­ben. Die Ab­wer­tung des Ru­bels ge­gen­über dem Dol­lar be­trägt seit Jah­res­an­fang mitt­ler­wei­le rund 30%, oder an­ders aus­ge­drückt: Man muss für 1 $ jetzt gut 42% mehr Ru­bel zah­len als An­fang Jahr. Zu­sam­men mit den Zins­er­hö­hun­gen, dem star­ken Öl­preis­rück­gang und den Sank­tio­nen dürf­te die rus­si­sche Wirt­schaft in ei­ne Re­zes­si­on ab­glei­ten. Die Ost­ukrai­ne dürf­te die künf­ti­ge Ent­wick­lung der rus­si­schen Wäh­rung stär­ker be­ein­flus­sen als die Zen­tral­bank.

Zu viel Gold schwächt

En­de des Mo­nats fin­det das schwei­ze­ri­sche Re­fe­ren­dum über die «Gold­in­itia­ti­ve» statt. Wür­de sie an­ge­nom­men, müss­te die Na­tio­nal­bank ih­re Gold­re­ser­ven von rund 8 auf 20% auf­sto­cken. Da­mit wür­de auch die Ver­tei­di­gung der Un­ter­gren­ze von 1.20 Fr./€ schwie­ri­ger, da Fran­ken­ver­käu­fe und Aus­wei­tun­gen des Zen­tral­bank­gel­des zu 20% durch Gold­zu­käu­fe un­ter­legt wer­den müss­ten. Dies wür­de die Ver­tei­di­gung ge­gen ei­ne Fran­ken­auf­wer­tung er­schwe­ren und ei­ne zu­sätz­li­che au­to­ma­ti­sche Gold­nach­fra­ge ge­ne­rie­ren.

Cre­dit Suis­se wird mit vier an­de­ren eu­ro­päi­schen Gross­ban­ken von US-Kriegs­ve­te­ra­nen we­gen der Ge­schäf­te im Iran ver­klagt. Die Ban­ken hät­ten trotz der Sank­tio­nen ge­gen den Iran Gel­der an Fi­nanz­in­sti­tu­te vor Ort ge­lei­tet. Da­mit sei­en zum Teil ira­ki­sche Auf­stän­di­sche fi­nan­ziert wor­den. Be­reits En­de 2009 hat­te CS der USRe­gie­rung 536 Mio. $ ge­zahlt, um ei­ne Straf­ver­fol­gung ab­zu­wen­den.

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