Im Öl­markt nichts Neu­es

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASAL­LE BRO­KER­A­GE,

ZDas schwar­ze Gold setzt sei­nen Ab­wärts­trend un­ge­bremst fort.

um Wo­chen­auf­takt lag das Fass eu­ro­päi­sches Brent-Öl zwar kurz­zei­tig fast 2 $ im Plus. Doch han­del­te es sich da­bei nur um ein tem­po­rä­res Auf­bäu­men. Am En­de des Tages no­tier­te es mit 82.34 $ pro Fass auf dem tiefs­ten Schluss­kurs seit vier Jah­ren. Am Di­ens­tag­mor­gen fiel der Brent-Kon­trakt (ICE) erst­mals seit Ok­to­ber 2010 un­ter die Mar­ke von 82 $. Auch eu­ro­päi­sches Heiz­öl no­tier­te wie­der in Reich­wei­te der zu­letzt er­reich­ten Vier­jah­res­tiefst. In den ver­gan­ge­nen Han­dels­ta­gen konn­ten sich Heiz­öl Fu­tures (Ga­soil-ICE) zwar bis zu 37 $ pro Ton­ne von den Tiefst dis­tan­zie­ren. Für ei­ne wei­te­re Auf­wärts­be­we­gung schien die Luft al­ler­dings nicht zu rei­chen. Am Di­ens­tag­vor­mit­tag no­tier­te der Kon­trakt be­reits wie­der zu 725.75 $ pro Ton­ne – und da­mit na­he des Mehr­jah­res­tiefs von 716.75 $. Ei­ne stär­ke­re Nach­fra­ge nach eu­ro­päi­schen Öl­pro­duk­ten in den USA liess die ge­han­del­ten Prä­mi­en für promp­te Wa­re zu­letzt et­was an­stei­gen. Das dürf­te der Haupt­grund für die ver­stärk­te Back­war­da­ti­on – bei der promp­te Ter­mi­ne hö­her als spä­te­re Ter­mi­ne no­tie­ren – seit En­de Ok­to­ber auf bis zu 2.75 $ ge­we­sen sein. Am Di­ens­tag be­trug die Dif­fe­renz (Spre­ad) aber nur noch 0.75 $. US-Öl der Sor­te West Te­xas In­ter­me­dia­te han­delt nun sie­ben auf­ein­an­der­fol­gen­de Wo­chen tie­fer, was der längs­ten Ab­wärts­be­we­gung seit 2002 ent­spricht.

Die Wirt­schafts­ent­wick­lung in Eu­ro­pa und Asi­en bleibt ge­dämpft. Ein er­stark­ter Dol­lar las­tet auf den in der US-Va­lu­ta ge­han­del­ten Roh­stoff­märk­ten. Geo­po­li­ti­sche Fak­to­ren üben der­weil fast kei­nen Ein­fluss mehr aus. Ein neu­er Aus­fall von Li­by­en, das auf­grund von Un­ru­hen wie­der et­wa 400 000 Fass pro Tag we­ni­ger als im Sep­tem­ber för­dert, dürf­te kurz­fris­tig so­gar als be­a­rish in­ter­pre­tiert wer­den. Denn so nimmt die Wahr­schein­lich­keit ei­ner OPEC-För­der­dros­se­lung an­läss­lich der Ver­samm­lung in zwei Wo­chen noch­mals ab. In wei­te­res Au­gen­merk muss eben­falls auf die Ver­hand­lun­gen im Nu­kle­ar­de­al mit dem Iran ge­legt wer­den: Soll­te ein rich­ti­ges Ab­kom­men zu­stan­de kom­men, könn­te dies die Ab­wärts­be­we­gung an den Öl­märk­ten noch­mals ver­schär­fen.

An den US-Agrar­märk­ten (CBOT) er­war­te­ten die Markt­teil­neh­mer ges­tern den Mo­nats­be­richt der Agrar­be­hör­de USDA. In die­sem re­du­zier­te sie zwar über­ra­schend die US-Mai­s­ern­te ge­ring­fü­gig von 14,475 Mrd. Bus­hel im Ok­to­ber auf 14,407 Mrd. Bus­hel. Das ent­sprä­che aber noch im­mer ei­ner Re­kord­ern­te. Nach vo­la­ti­lem Han­del konn­te Mais (CBOT) ein knap­pes Plus von le­dig­lich 2.25 Cents auf 3.695 $ pro Bus­hel ver­zeich­nen. Da­mit han­delt es wei­ter­hin fast 50 Cents oder 15% über den Fünf­jah­res­tiefs von En­de Sep­tem­ber. Die US-So­ja­ern­te wur­de noch­mals leicht auf 3,958 Mrd. Bus­hel an­ge­ho­ben, was eben­falls ei­nem Re­kord ent­spricht, aber in den Markt­er­war­tun­gen be­reits ent­hal­ten war. So­ja (CBOT) er­leb­te ei­nen ner­vö­sen Han­dels­tag und no­tier­te zum Schluss auf 10.245 $ pro Bus­hel, was ei­nem Mi­nus von 14 Cents ent­spricht. Trotz Re­kord­ern­ten no­tiert auch So­ja (CBOT) wei­ter­hin 12% über den Vier­jah­res­tiefst von An­fang Ok­to­ber. Die US-Ern­te hat mitt­ler­wei­le die an­fäng­li­chen Rück­stän­de kom­plett auf­ge­holt: Die Mai­s­ern­te liegt bei 80% und So­ja bei 90%, in bei­den Fäl­len gleich­auf mit dem Fünf­jah­res­durch­schnitt. Dank kal­tem aber tro­cke­nem Wetter in wei­ten Tei­len der USA dürf­te die Ern­te bis Thanks­gi­ving En­de No­vem­ber ab­ge­schlos­sen sein. In Ar­gen­ti­ni­en und Bra­si­li­en nor­ma­li­sier­te sich das Wetter eben­falls. Der So­ja­An­bau in Bra­si­li­en geht im Mo­ment mit un­ge­fähr ei­ner Wo­che Ver­zug von­stat­ten.

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