Tat­ort Chat­room in Op­fi­kon

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - MH

Elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­ons­platt­for­men spiel­ten beim Fehl­ver­hal­ten der Händ­ler ei­ne gros­se Rol­le. Über sie wur­den In­for­ma­tio­nen miss­bräuch­lich aus­ge­tauscht. Tat­ort war der Grup­pen-Chat (wie auch schon beim Li­bor). «Thanks vm my fri­end […] du chasch das fron­trun­ne wie d wotsch, up to you», ist ei­ne der zi­tier­ten Aus­sa­gen. Kon­kret wirft die Fin­ma der UBS vor, die Com­p­li­an­ce-Stan­dards nicht ge­nü­gend durch­ge­setzt zu ha­ben, wes­halb sie zur Zah­lung von 134 Mio. Fr. (Ge­winn­ab­füh­rung) ver­pflich­tet wur­de. Ih­re Händ­ler in Zürich-Op­fi­kon ha­ben wie­der­holt ver­sucht, Re­fe­renz­wer­te zu ma­ni­pu­lie­ren, auch, in­dem sie sich mit an­de­ren Ban­ken ab­spra­chen. Es wur­de ge­gen In­ter­es­sen von Kun­den und Ge­gen­par­tei­en ge­han­delt. De­vi- sen­händ­ler lös­ten Stop-Loss-Auf­trä­ge von Kun­den aus, be­trie­ben Fron­trun­ning, spe­ku­lier­ten auf Kos­ten der Kun­den und ga­ben ver­trau­li­che Kun­den­in­for­ma­tio­nen wei­ter. Die von der Fin­ma an­ge­ord­ne­ten Mass­nah­men be­inhal­ten ei­ne Be­schrän­kung des ma­xi­ma­len Bo­nus im glo­ba­len De­vi­sen- und Edel­me­tall­han­del auf 200% des Grund­ge­halts für zwei Jah­re, aus­ser­dem ei­ne Tren­nung von Kun­den- und Ei­gen­han­del so­wie bes­se­re Com­p­li­an­ce- und Über­wa­chungs­in­stru­men­te. De­kre­tiert wur­de ein Ver­bot von be­stimm­ten Mit­ar­bei­ter­ge­schäf­ten so­wie ein ver­bes­ser­ter Whist­leb­lo­wer-Pro­zess, da­mit in­ter­ne Hin­wei­se auf Feh­ler wahr­ge­nom­men wer­den. Um die Um­set­zung der Mass­nah­men zu über­wa­chen, wird ein Prüf­be­auf­trag­ter ein­ge­setzt.

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