Was ist ei­ne Wan­del­an­lei­he?

Finanz und Wirtschaft - - DERIVATE - BT

Es han­delt sich um ei­ne mit Wan­del­recht aus­ge­stat­te­te An­lei­he, die von ei­ner An­teil­ge­sell­schaft aus­ge­ge­ben wird und in der Re­gel mit ei­nem fes­ten Cou­pon aus­ge­stat­tet ist. Sie ver­fügt über ei­ne fes­te Lauf­zeit und ei­ne fes­te Rück­zah­lung. Zu­dem ver­leiht sie dem Gläu­bi­ger ein zeit­lich be­grenz­tes Recht, die An­lei­he in ei­ne vor­de­fi­nier­te An­zahl Be­tei­li­gungs­rech­te wie zum Bei­spiel Ak­ti­en um­zu­wan­deln. Übt der In­ves­tor das Wan­del­recht aus, wech­selt er vom Gläu­bi­ger (Fremd­ka­pi­tal­ge­ber) zum Ak­tio­när (Ei­gen­ka­pi­tal­ge­ber).

Der Wand­ler kann in­ner­halb ei­ner be­stimm­ten Frist un­ter be­stimm­ten Be­din­gun­gen und in ei­nem fes­ten Um­tausch­ver­hält­nis in Ak­ti­en des Un­ter­neh­mens ge­tauscht wer­den. Die Emis­si­ons­be­din­gun­gen kön­nen auch vor­se­hen, dass bis zu ei­nem be­stimm­ten Ter­min ge­wan­delt wer­den muss (Pflicht­wan­del­an­lei­he, auch Con­tin­gent Con­ver­ti­ble, Co­co, ge­nannt ).

Pro­fes­sio­nel­le Wan­del­an­lei­hen­in­ves­to­ren su­chen nor­ma­ler­wei­se nach Pa­pie­ren, die sich im «hy­bri­den Be­reich» be­we­gen, al­so dort, wo die der An­la­ge­klas­se ei­ge­ne Asym­me­trie am aus­ge­präg­tes­ten ist. In die­sem Be­reich kann der Kurs ei­ner Wan­del­an­lei­he bis zu zwei Drit­tel des Kurs­an­stiegs der un­ter­lie­gen­den Ak­tie mit­ma­chen. Gleich­zei­tig ver­liert sie bei fal­len­den Börsen nur et­wa ein Drit­tel so viel wie die Ak­tie. Der In­ves­tor hat da­durch ei­ne Art au­to­ma­ti­sches Ti­ming-In­stru­ment. Es be­ste­hen ei­ner­seits Kurs­ge­winn­chan­cen bei stei­gen­den Ak­ti­en­kur­sen, an­de­rer­seits ist das Ver­lust­ri­si­ko be­grenzt, da es sich bis auf das Wan­del­recht ei­gent­lich um ei­ne her­kömm­li­che An­lei­he han­delt.

Ei­ne Wan­del­an­lei­he hat aber den Vor­teil, dass sich der Kurs nicht nur an der all­ge­mei­nen Zins­ent­wick­lung ori­en­tiert, son­dern zu­dem auch am Kurs der Ak­tie, in die sie ge­wan­delt wer­den kann. Steigt der Ak­ti­en­kurs, wird der In­ha­ber der Wan­del­an­lei­he die Chan­ce nut­zen, an der Sub­stanz und der Er­trags­kraft des Un­ter­neh­mens zu par­ti­zi­pie­ren, und sein Pa­pier in Ak­ti­en tau­schen. In der Re­gel ha­ben Wan­del­an­lei­hen ei­ne nied­ri­ge­re Ver­zin­sung als her­kömm­li­che An­lei­hen, da sie ja zu­sätz­lich den Vor­teil der Wand­lungs­mög­lich­keit bie­ten.

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