Se­pa­ra­tis­ten drü­cken die Ren­di­ten

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - STE­PHAN KUHN­KE,

Aus­ge­löst durch Be­rich­te über Trup­pen­be­we­gun­gen und of­fen­sicht­lich von Russ­land aus­ge­hen­de Waf­fen­lie­fe­run­gen in der von pro­rus­si­schen Se­pa­ra­tis­ten be­setz­ten Zo­ne in der Ukrai­ne ver­zeich­ne­ten si­che­re Staats­an­lei­hen in den ver­gan­ge­nen Ta­gen er­neut Kurs­stei­ge­run­gen.

Die Ren­di­ten deut­scher Bun­des­an­lei­hen san­ken im Wo­chen­ver­lauf ent­spre­chend um bis zu 4 Ba­sis­punk­te (Bp) und be­weg­ten sich da­mit wei­ter auf die Mit­te Ok­to­ber mar­kier­ten his­to­ri­schen Tiefs zu. Al­len vor­an stan­den lan­ge Lauf­zei­ten im In­ter­es­se der In­ves­to­ren – die Zins­struk­tur­kur­ve ver­flach­te sich da­mit wei­ter.

Aber auch Staats­an­lei­hen aus den Südlän­dern der Eu­ro­zo­ne er­freu­ten sich ho­her Nach­fra­ge. Die Ren­di­ten san­ken noch­mals, und die Zin­s­auf­schlä­ge spa­ni­scher so­wie ita­lie­ni­scher Staats­ob­li­ga­tio­nen zu deut­schen Bun­des­an­lei­hen gin­gen zu­rück.

Das ita­lie­ni­sche Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um nutz­te die Gunst der Stun­de und lan­cier­te am Don­ners­tag Staats­an­lei­hen mit drei-, sie­ben- und fünf­zehn­jäh­ri­ger Rest­lauf­zeit. Es wur­den of­fi­zi­el­len An­ga­ben zu­fol­ge Ge­bo­te über 9,2 Mrd. € ab­ge­ge­ben. Das ist rund 50% mehr als das ge­plan­te Emis­si­ons­vo­lu­men von (6 Mrd. €) – und das, ob­wohl die Emis­si­ons­ren­di­ten mit zum Bei­spiel 0,77% für die An­lei­he mit drei­jäh­ri­ger Lauf­zeit ab­so­lut ge­se­hen al­les an­de­re als üp­pig aus­ge­fal­len sind.

Die At­trak­ti­vi­tät nimmt al­ler­dings re­la­tiv ge­se­hen zu, wenn man sich die Al­ter­na­ti­ven an­sieht: Wer dem deut­schen Staat sein Geld für drei Jah­re an­ver­traut, muss ei­nen Straf­zins in Hö­he von 0,04% zah­len. Und selbst der kri­sen­ge­plag­te fran­zö­si­sche Staat zahlt in dem Lauf­zeits­eg­ment kei­ne Zin­sen mehr.

Die Su­che nach aus­kömm­li­cher Ren­di­te führ­te ent­spre­chend auch zu Kurs­stei­ge­run­gen bei an­de­ren An­lei­hen­seg­men­ten. So par­ti­zi­pier­ten Co­ve­r­ed Bonds (Pfand­brie­fe) zu­sätz­lich an der Nach­fra­ge der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB), die zwi­schen 500 und 600 Mio. € pro Tag in An­lei­hen aus die­sem Seg­ment in­ves­tiert und da­mit den an­ge­bots­sei­tig aus­ge­trock­ne­ten Markt wei­ter an­heizt. Die Kur­se von Un­ter­neh­mens­an­lei­hen konn­ten da­ge­gen auch oh­ne die hel­fen­de Hand der EZB zu­le­gen.

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