Der Ener­gie­sek­tor lei­det noch im­mer

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - OLE SLOTH HAN­SEN,

Der Ener­gie­sek­tor er­litt in der ver­gan­ge­nen Wo­che die gröss­ten Kurs­ver­lus­te seit Ju­ni 2012. Erd­öl der Sor­te Brent büss­te 8% an Ter­rain ein. Das seit Mo­na­ten herr­schen­de Markt­ge­fü­ge scheint sich fort­zu­set­zen, oh­ne dass klar sicht­bar wür­de, wie dem An­ge­bots­über­schuss be­geg­net wer­den soll.

Der an­hal­ten­de Ab­wärts­trend hat die Wahr­schein­lich­keit er­höht, dass am Tref­fen des Öl­ex­port­kar­tells Opec am 27. No­vem­ber Ge­gen­mass­nah­men be­schlos­sen wer­den. Al­lein die­se Er­war­tung dürf­te schon jetzt den Ver­kaufs- druck min­dern, da Händ­ler kaum ins of­fe­ne Mes­ser lau­fen wol­len.

Sau­di-Ara­bi­en ist wei­ter­hin der gröss­te Erd­öl­pro­du­zent der Opec und das Mit­glied, das am meis­ten Be­ach­tung er­fährt. Die jüngs­ten Aus­sa­gen aus dem Kö­nig­reich ha­ben bis­lang kaum ge­hol­fen, die Märkte zu be­ru­hi­gen – im Ge­gen­teil. Ob be­ab­sich­tigt oder nicht, In­ves­to­ren schei­nen zur­zeit zu glau­ben, dass Sau­di-Ara­bi­en eher auf Markt­an­teil denn auf Markt­sta­bi­li­tät setzt. Und so­lan­ge die­se Wahr­neh­mung fort­be­steht, dürf­ten die Öl­prei­se kaum Halt fin­den.

Der­weil scheint sich der nord­ame­ri­ka­ni­sche Schie­fe­röl­boom nicht zu ver­lang­sa­men. Laut der In­ter­na­tio­na­len Ener­gie­agen­tur IEA sind die För­der­kos­ten dank Ef­fi­zi­enz­stei­ge­run­gen stark ge­sun­ken. So scheint et­wa im Bak­kenGe­biet die Pro­duk­ti­on bis zu ei­nem Öl­preis von 42 $ pro Fass pro­fi­ta­bel zu blei­ben. Be­weis für den be­grenz­ten Ein­fluss der Öl­preis­schwä­che ist, dass die US-Pro­duk­ti­on erst­mals seit drei De­ka­den 9 Mio. Fass pro Tag über­trifft.

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