Ho­her Dis­count in Ro­che In­ha­ber bie­tet Chan­cen

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Die stimm­recht­lo­sen Ge­nuss­schei­ne (GS) von Ro­che wei­sen ei­ne un­ge­wöhn­lich ho­he Prä­mie zu den mit ei­nem Stimm­recht ver­se­he­nen In­ha­bern auf. Die­se Ent­wick­lung hat sich im Jah­res­ver­lauf ak­zen­tu­iert. Und zu­letzt hat sich der Ecart, al­so der Ab­stand zwi­schen den Ak­ti­en­kur­sen, nur leicht ver­rin­gert. Der Trend bleibt in­takt. Ein Gross­teil der Ana­lys­ten emp­fiehlt die Ge­nuss­schei­ne trotz ei­nes re­kord­ho­hen Kur­ses nach wie vor zum Kauf: Der Bas­ler Phar­ma­kon­zern über­zeugt An­le­ger mit ei­ner jun­gen Wirk­stoff­pa­let­te, ho­hen Mar­gen und ei­ner viel­ver­spre­chen­den Pi­pe­line.

Dass sich der Wert der In­ha­ber­ak­ti­en nicht so­fort je­nem der Ge­nuss­schei­ne nach oben an­passt, ist un­ter an­de­rem auf die Be­sitz­struk­tur zu­rück­zu­füh­ren. Die In­ha­ber be­fin­den sich zu 50,1% im Ei­gen­tum der Grün­der­fa­mi­lie. Wei­te­re 33% der Ti­tel lie­gen im De­pot von No­var­tis. Der Bran­chen­nach­bar macht bis­her kei­ne An­stal­ten, das noch aus der Ära des No­var­tisVR-Prä­si­den­ten Da­ni­el Va­sel­la stam­men­de Ak­ti­en­pa­ket zu ver­kau­fen.

Das Stimm­recht ver­liert so für die üb­ri­gen Ak­tio­nä­re von Ro­che an Be­deu­tung. Um­ge­kehrt be­schränkt sich der Han­del in In­ha­bern auf 16,9% der Ti­tel. Zwar ist der Han­del nach wie vor ge­nü­gend li­qui­de, um klei­ne­re Men­gen los­zu­brin­gen. «Bei grös­se­ren Pa­ke­ten wird es al­ler­dings schwie­ri­ger», heisst es im Han­del. Das ist vor al­lem für gros­se in­sti­tu­tio­nel­le In­ves­to­ren wie Pen­si­ons­kas­sen re­le­vant. Hin­zu kommt, dass in­dex­ori­en­tier­te Fonds nicht in die In­ha­ber­ak­ti­en an­le­gen dür­fen. Auch kom­men die stimm­recht­lo­sen Pa­pie­re bei Ab­si­che­rungs- oder Prä­mi­en­ge­schäf­ten zum Ein­satz. Denn nur auf sie sind Op­tio­nen er­hält­lich.

Wann und wie sich der Ecart ega­li­siert, ist nicht ex­akt vor­her­zu­sa­gen. Ein ra­scher An­stieg der In­ha­ber­ak­ti­en ist an­ge­sichts der ho­hen Be­wer­tun­gen eher un­wahr­schein­lich. Ein all­fäl­li­ger Prä­mi­en­rück­gang dürf­te wohl eher über ei­nen sin­ken­den Kurs der hoch be­wer­te­ten Ge­nuss­schei­ne zu­stan­de kom­men. Die In­ha­ber­ak­ti­en ha­ben so­mit ei­nen Reiz: Im Fall von Ent­täu­schun­gen bie­ten sie mehr Si­cher­heit als die GS.

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