Kehrt­wen­de für Züb­lin

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - GA

Die Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaft Züb­lin star­tet die Neu­aus­rich­tung un­ter um­ge­kehr­tem Vor­zei­chen. Neu wird für die Lie­gen­schaf­ten in Frank­reich ein In­ves­tor ge­sucht, wo­bei CEO Io­sif Ba­ka­leynik of­fen­liess, wel­cher Na­tur die­ser sein soll. Die im Som­mer ab­ge­lös­te Füh­rungs­crew hat­te noch den Ver­kauf der Schwei­zer Im­mo­bi­li­en pro­pa­giert. Gross­ak­tio­när Vic­tor Vek­sel­berg – er hält via La­me­sa 33,02% – lei­te­te den Wech­sel ein.

Er greift Züb­lin zu­dem mit ei­nem Dar­le­hen und ei­nem Kre­dit un­ter die Arme, da­mit die Ge­sell­schaft die Fol­gen der er­neu­ten Wert­kor­rek­tur des Port­fo­li­os fi­nan­zi­ell meis­tern kann. Teil da­von ist die vor­zei­ti­ge Rück­zah­lung ei­ner An­lei­he, was durch den Fall der Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te un­ter 20% laut Ver­trags­klau­sel zwin­gend ist. Das An­ge­bot zum No­mi­nal­wert star­tet am 25. No­vem­ber und soll am 12. Ja­nu­ar 2015 en­den.

Mas­si­ve Wert­be­rich­ti­gung

Züb­lin wies En­de Sep­tem­ber noch 14,9% Ei­gen­ka­pi­tal aus, weil ein Se­mes­ter­ver­lust von 118 Mio. Fr. zu ver­rech­nen war (vgl. Ta­bel­le). An­lass da­zu war ei­ne Wert­be­rich­ti­gung von 103 Mio. Fr. auf das Port­fo­lio. Statt 791 Mio. Fr. wie En­de März ver­bucht, sind die Züb­linLie­gen­schaf­ten ge­mäss dem neu­en Schät­zer JLL noch 688 Mio. Fr. wert. Der Be­trag ist be­reits in den letz­ten bei­den Jah­ren nach unten kor­ri­giert wor­den.

Zu hoch ein­ge­stuft wa­ren vor al­lem die sechs Lie­gen­schaf­ten in Frank­reich (fünf in Pa­ris), die zu 62% leer ste­hen. So ist die Mie­ter­su­che für das Pa­ra­de­ob­jekt New­time in Pa­ris seit Lan­gem er­folg­los. Nun ist ei­ne Bank mit der Su­che ei­nes In­ves­tors be­auf­tragt. Zum Ver­kauf ste­hen wei­ter­hin nicht­stra­te­gi­sche Lie­gen­schaf­ten in Deutsch­land und den Nie­der­lan­den, wo­bei drei im lau­fen­den Mo­nat ab­ge­setzt wer­den konn­ten.

Ope­ra­ti­ve Leis­tung schwach

La­me­sa lässt sich die Sa­nie­rung gut 75 Mio. Fr. kos­ten, da­von wer­den 55 Mio. Fr. für die Rück­zah­lung der 4%-An­lei­he auf­ge­wen­det, 20 Mio. Fr. wer­den als Kre­dit zur De­ckung kurz­fris­ti­ger Ver­pflich­tun­gen ge­spro­chen. Zur bi­lan­zi­el­len Schief­la­ge kom­men ope­ra­ti­ve Pro­ble­me. Der Miet­ertrag schrumpf­te im ers­ten Halb­jahr um fast ein Drit­tel auf 15,7 Mio. Fr. Da­zu trug der auf dem Schwei­zer Markt über­durch­schnitt­li­che Leer­stand von 11% eben­falls bei. CFO Tho­mas Wapp er­wähn­te an der Te­le­fon­kon­fe­renz lie­ber das jähr­li­che Miet­zins­po­ten­zi­al, das 51,4 Mio. Fr. be­tra­ge.

Wie die­ses zu he­ben und wie die dün­ne Ka­pi­tal­ba­sis (auch nach Vek­sel­bergs Fi­nanz­sprit­ze liegt die Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te un­ter 20%) wei­ter ge­stärkt wer­den soll, liess Ba­ka­leynik of­fen. Fra­ge­zei­chen für den Pri­vat­ak­tio­när blei­ben. Durch die Wert­be­rich­ti­gung sank der Net As­set Va­lue in die Nä­he des Ak­ti­en­kur­ses, was so in­ter­pre­tiert wer­den kann, dass das Schlimms­te über­stan­den ist. Doch Züb­lins Tur­naround liegt noch in wei­ter Fer­ne.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.