An­zie­hen­de Ca­li­da-Va­lo­ren

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - GH

Ca­li­da hat die­ses Jahr po­si­tiv über­rascht, in­dem die über­nom­me­ne Be­klei­dungs­grup­pe La­f­u­ma be­reits im ers­ten Halb­jahr ei­nen Ebit (Ge­winn vor Zin­sen und Steu­ern) von 1,4 Mio. € bei­steu­er­te. Im Jahr zu­vor re­sul­tier­te noch ein Ver­lust von 54,2 Mio. €. Der Um­satz der Grup­pe steigt durch die­se Über­nah­me und dürf­te 2014 bei 418 Mio. Fr. lie­gen. Die Ebit-Mar­ge sinkt in die­sem Jahr al­ler­dings auf ge­schätzt 5,8%. Lang­fris­tig strebt CEO Sulz­ber­ger ei­ne Ebit-Mar­ge von 10% an.

Ca­li­da ist mit dem Tur­naround von La­f­u­ma schnel­ler vor­an­ge­kom­men als er­war­tet. Sulz­ber­ger hat die La­f­u­ma-Grup­pe in drei Di­vi­sio­nen auf­ge­teilt: in Mil­let Moun­tain (Sport­be­klei­dung), Ox­bow (Surf- und Snow­board­be­klei­dung) und Fur­ni­tu­re (Gar­ten­mö­bel). Durch die­se Auf­tei­lung hat Ca­li­da auch die Grund­la­ge ge­schaf­fen, die Spar­ten Ox­bow und Fur­ni­tu­re spä­ter ein­mal ver­kau­fen zu kön­nen. Im Vi­sier von Sulz­ber­ger war von An­fang an die Sport­be­klei­dung Mil­let, zu der auch die Mar­ke Ei­der ge­hört.

Zur Ca­li­da-Grup­pe ge­hö­ren ne­ben die­sen neu­en drei Di­vi­sio­nen auch die Mar­ke Ca­li­da mit ih­rer Tag- und Nacht­wä­sche so­wie die Lu­xus­lin­ge­rie Au­ba­de. Das nächs­te Jahr steht noch im Zei­chen der In­te­gra­ti­on von La­f­u­ma. Da­nach sind wei­te­re Ak­qui­si­tio­nen zu er­war­ten. Ins­be­son­de­re die drei Fa­b­ri­ken der La­f­u­ma-Grup­pe in Chi­na, Un­garn und Tu­ne­si­en will Sulz­ber­ger auf Vor­der­mann brin­gen. Die Grup­pe be­sitzt nun ins­ge­samt fünf Fa­b­ri­ken. Da­mit kann sie schnell auf Kun­den­wün­sche re­agie­ren. Wei­ter will Ca­li­da auch ih­re Mo­no­brand Sto­res aus­bau­en.

Sulz­ber­ger wird wohl auch den Tur­naround von La­f­u­ma schaf­fen, nach­dem ihm dies be­reits mit Au­ba­de ge­lun­gen ist. Doch we­der Wä­sche- noch Sport­be­klei­dung sind in Eu­ro­pa Wachs­tums­märk­te, die Kon­kur­renz ist gross. Ei­ne er­folg­rei­che Ex­pan­si­on nach Asi­en ist da­her ent­schei­dend.

Die­ses Jahr sind die Ti­tel der Ca­li­da 34% ge­stie­gen. Ei­ni­ges an gu­ten Ent­wick­lun­gen ist be­reits vor­weg­ge­nom­men. Trotz­dem sind die Pa­pie­re noch an­zie­hend. Das Han­dels­vo­lu­men an der Börse ist aber ge­ring. Die bei­den Haupt­ak­tio­nä­re, die Fa­mi­lie Kel­len­ber­ger und M.I.3, be­sit­zen zu­sam­men 49,7% der Ak­ti­en.

Ca­li­da hat die Ka­pi­tal­kos­ten in den letz­ten Jah­ren stets über­trof­fen und Ak­tio­närs­wert ge­schaf­fen. Die rück­läu­fi­ge Ent­wick­lung der Ren­di­te auf das in­ves­tier­te Ka­pi­tal soll­te sich künf­tig sta­bi­li­sie­ren. Als Di­vi­den­den­pa­pie­re sind die Va­lo­ren we­ni­ger ge­eig­net, die Ren­di­te be­trägt nur 2%. Mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis für 2015 von 16 sind sie fair be­wer­tet.

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