Er­bit­ter­ter Streit um Geld und Gas

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - DM

Ei­ne Es­ka­la­ti­on des Ukrai­nekon­flikts könn­te Eu­ro­pas Gas­ver­sor­gung be­dro­hen: Wür­de Russ­land der Ukrai­ne den Gas­hahn zu­dre­hen, dürf­te die­se Gas­tran­site nach Wes­ten stop­pen. Die­ser An­sicht fol­gend hat En­de Ok­to­ber Ex-EU-Ener­gie­kom­mis­sar Gün­ther Oet­tin­ger (CDU) ein «ver­bind­li­ches Pro­to­koll» mit der Ukrai­ne und mit Russ­land aus­ge­han­delt. Es sieht ei­ne «tem­po­rä­re Lö­sung» bis En­de März 2015 vor. Der ukrai­ni­sche Gas­kon­zern Naf­to­gaz muss bis En­de Jahr Gaz­prom Schul­den aus of­fe­nen Rech­nun­gen über 3,1 Mrd. $ zu­rück­zah­len. Gaz­prom lie­fert da­für Gas für et­wa 378 $ je 1000 Ku­bik­me­ter ge­gen Vor­kas­se. Die Schul­den soll die Ukrai­ne via ein Kon­to beim In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fond (IWF) be­glei­chen. Bald wer­den EU und IWF über ei­ne wei­te­re Mit­tel­ver­tei­lung be­ra­ten. Wich­tigs­te Kre­dit­ge­ber im ukrai­ni­schen Gas­sek­tor sind rus­si­sche Ban­ken, die vom Wes­ten sank­tio­niert wer­den. Künf­tig wer­den hier nicht­rus­si­sche Geld­ge­ber wohl mehr ins Ri­si­ko ge­hen müs­sen. Vor ei­nem in­ter­na­tio­na­len Schieds­ge­richt in Stock­holm strei­ten Naf­to­gaz und Gaz­prom seit Jah­ren über die Hö­he des Gas­prei­ses und die Schul­den. Für Ga­s­im­por­teu­re wie Ruhr­gas (Eon), Win­ters­hall (BASF) oder GDF Su­ez ist ent­schei­dend, dass al­le Lie­fer­ver­trä­ge stets er­füllt wer­den.

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