An­lei­tung zur De­vi­sen­markt­in­ter­ven­ti­on

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - AN

Die Na­tio­nal­bank steht kurz vor ei­ner De­vi­sen­markt­in­ter­ven­ti­on. Das letz­te Mal, als sie in das Markt­ge­sche­hen ein­griff, um die Ab­wer­tung des Eu­ros zu stop­pen, no­tier­te der Wech­sel­kurs 1.201 Fr./€. Am Di­ens­tag wur­de das Paar zu 1.2014 Fr./€ ge­han­delt. Um mit den Käu­fen den er­wünsch­ten Er­folg zu er­zie­len, muss sie ei­ni­ge Re­geln be­ach­ten.

«Ent­schei­dend ist nicht das Vo­lu­men der In­ter­ven­ti­on, son­dern die Si­gnal­wir­kung, die sie mit ihr an die Märkte sen­det», er­läu­tert Ku­bli. Der täg­li­che Han­dels­um­satz im Wech­sel­kurs wird auf um­ge­rech­net 83 Mrd. Fr. ge­schätzt. Sich ge­gen sol­che Vo­lu­men zu stem­men, kann schnell teu­er wer­den. Sie wird mög­lichst agie­ren, wenn die Vo­lu­men nied­rig sind, zum Bei­spiel nachts.

Al­ler­dings muss die Ak­ti­on für al­le sicht­bar sein. Da­mit sie wirkt, gilt es, den op­ti­ma­len Zeit­punkt zu fin­den. Da­bei ist es hilf­reich, wenn sie mit ei­nem Er­eig­nis zu­sam­men­fällt, auf das die Märkte re­agie­ren. Auf die­se Wei­se kann die Na­tio­nal­bank die Markt­be­we­gung ver­stär­ken und sie so für den ei­ge­nen Zweck nut­zen; bei­spiels­wei­se ein über­ra­schen­der Rück­gang der Be­für­wor- tung der Initia­ti­ve in ei­ner Um­fra­ge, der die Markt­stim­mung um­schwen­ken lies­se.

Und die Na­tio­nal­bank soll­te nicht zu lan­ge war­ten. Das hat sie am Os­ter­wo­chen­en­de 2012 ge­lernt, als im asia­ti­schen Han­del der Kurs un­ter 1.20 Fr./€ fiel. «Ein rie­si­ger Lap­sus», kom­men­tiert Ku­bli. Den Feh­ler wer­den die Wäh­rungs­hü­ter nicht wie­der­ho­len.

Die Na­tio­nal­bank kauf­te zu­letzt im Lau­fe des Jah­res 2012 De­vi­sen im Wert von 188 Mrd. Fr., um den Min­dest­kurs zu ver­tei­di­gen. Ih­re Fremd­wäh­rungs­re­ser­ven be­tru­gen En­de Ok­to­ber 460 Mrd. Fr.

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