Dop­pelt pro­fi­tie­ren

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - AND­RE RIE­SEN,

Dass Trends sehr aus­ge­prägt sein und deut­lich län­ger dau­ern kön­nen als er­war­tet, ist nicht neu und trifft auch auf den dies­jäh­ri­gen Eu­ro-An­lei­hen­markt zu. Die we­nigs­ten In­ves­to­ren hät­ten An­fang 2014 die Pro­gno­se ge­wagt, dass mit Eu­ro-Zin­sen noch­mals ho­he ein­stel­li­ge Ren­di­ten zu er­zie­len sind. Das Un­er­war­te­te ist mit­hil­fe der EZB ein­ge­trof­fen. Durch den An­kauf von Kre­dit­ver­brie­fun­gen und Pfand­brie­fen sol­len die Ban­ken wie­der freu­di­ger Kre­di­te ver­ge­ben und ne­ben­bei Ge­le­gen­heit be­kom­men, ih­re Bi­lan­zen end­gül­tig zu be­rei­ni­gen. Je län­ger al­so die No­ten­ban­ken ex­pan­siv sind, des­to län­ger lau­fen die Trends.

Dies trifft auch auf die im­pli­zi­ten Vo­la­ti­li­tä­ten zu, sind die­se doch (Ba­sis 90 Ta­ge At-TheMo­ney) bei den Ak­ti­en­de­ri­va­ten als Fol­ge die­ser enor­men Li­qui­di­täts­flu­tung kon­ti­nu­ier­lich ge­fal­len, wo­bei die ak­tu­el­len Stän­de zu­neh­mend als Aus­gangs­punkt zu wie­der hö­he­ren Ni­veaus die­nen. Das ak­tu­el­le Ni­veau der im­pli­zi­ten Vo­la­ti­li­tä­ten spie­gelt sich auch in den ge­han­del­ten im­pli­zi­ten Vo­la­ti­li­tä­ten der Wan­del­an­lei­hen, wel­che der­zeit at­trak­tiv sind. Mit Ver­zö­ge­rung sind die Wan­del­an­lei­hen den im­pli­zi­ten Vo­la­ti­li­tä­ten an den Ak­ti­en­de­ri­va­te­märk­ten bis Sep­tem­ber ge­folgt. Das ist nor­mal. Wäh­rend der deut­lich stär­ke­ren Schwan­kun­gen im Ok­to­ber ha­ben sich dann die im­pli­zi­ten Vo­la­ti­li­tä­ten bei vie­len Wan­del­an­lei­hen wie­der er­höht, was die na­tür­li­che Stoss­dämp­fer-Funk­ti­on der Op­tio­na­li­tät ein­mal mehr un­ter­streicht, und so­mit ei­nen kurs­stüt­zen­den Ein­fluss hat­te. Die Schwie­rig­keit, dies bei Wan­del­an­lei­hen zu mes­sen, ist al­ler­dings kom­ple­xer als bei rei­nen Ak­ti­en­de­ri­va­ten, da Wan­del­an­lei­hen ver­schie­de­ne Le­bens­zy­klen durch­lau­fen, in de­nen sich die im­pli­zi­ten Vo­la­ti­li­tä­ten un­ter­schied­lich stark auf die Preis­ent­wick­lung aus­wir­ken.

In An­be­tracht der der­zeit at­trak­ti­ven Be­wer­tun­gen vie­ler Wan­del­an­lei­hen kann man die Trends der tie­fen Zin­sen so­wie der im­pli­zi­ten Vo­la­ti­li­tä­ten, die län­ger an­dau­ern als er­war­tet, nut­zen, um sich in Zu­kunft ge­gen schwie­ri­ge­re Zei­ten zu wapp­nen. Durch die Bei­mi­schung ei­nes aus­ge­wo­ge­nen Wand­ler­port­fo­li­os wer­den sie dop­pelt pro­fi­tie­ren: durch die asym­me­tri­sche Ak­ti­en­par­ti­zi­pa­ti­on und von ei­nem An­stieg der im­pli­zi­ten Vo­la­ti­li­tä­ten.

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