Die Öl­baisse setzt sich fort

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASAL­LE BRO­KER­A­GE,

DMarkt­ak­teu­re zei­gen sich vor der Opec-Sit­zung je­doch vor­sich­ti­ger.

ie Preis­t­rends an den in­ter­na­tio­na­len Roh­stoff­märk­ten blei­ben un­ein­heit­lich. Die Öl­baisse setzt sich fort, wenn­gleich die Markt­teil­neh­mer vor der Sit­zung des Opec-Kar­tells vom 27. No­vem­ber et­was vor­sich­ti­ger zu Werk ge­hen. Den­noch ver­zeich­ne­te Roh­öl der eu­ro­päi­schen Sor­te Brent am Frei­tag mit 76.76 $ pro Fass ein neu­es Vier­jah­res­tief.

An den Fun­da­men­tal­da­ten des Mark­tes hat sich nichts ge­än­dert. Das An­ge­bot liegt wei­ter­hin deut­lich über der Nach­fra­ge. Die In­ter­na­tio­na­le Ener­gie­agen­tur IEA schätzt in ih­rer jüngs­ten Pro­gno­se für 2015 den Be­darf an Opec-Öl noch auf 29,2 Mio. Fass pro Tag, was 1,4 Mio. Fass un­ter der ak­tu­el­len För­der­men­ge liegt. In­ner­halb der Opec lau­fen der­zeit die Dräh­te heiss. Die Initia­ti­ve Ve­ne­zue­las, auch Nicht-Opec-För­der­staa­ten in die Dis­kus­si­on über För­der­be­schrän­kun­gen ein­zu­be­zie­hen, hat den Aus­sen­mi­nis­ter Ve­ne­zue­las zu Ge­sprä­chen mit dem rus­si­schen Ener­gie­mi­nis­ter nach Mos­kau ge­führt. Auch wur­de be­kannt, dass vor dem Opec-Mee­ting wei­te­re Sit­zun­gen ge­plant sind, an de­nen sich der Prä­si­dent des rus­si­schen Öl­kon­zerns Ros­neft be­tei­li­gen wer­de. Dass am Öl­markt die Kar­ten aber wirk­lich neu ver­teilt wer­den, ist we­nig wahr­schein­lich. Da­zu be­dürf­te es der Un­ter­stüt­zung der Opec-Schwer­ge­wich­te Sau­di-Ara­bi­en, Ku­wait oder Iran. Aber be­son­ders Sau­di-Ara­bi­en scheint die För­der­po­li­tik auf die Ver­tei­di­gung des Markt­an­teils aus­zu­rich­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund er­schei­nen die Er­folgs­aus­sich­ten ge­ring. Trotz­dem dürf­te sich das Ne­ga­tiv­mo­men­tum der Öl­prei­se in den nächs­ten Ta­gen le­gen. Nach dem tem­po­rä­ren Kurs­ein­bruch von 10% sind schnel­le Kor­rek­tu­ren mög­lich.

Zu den Ge­win­nern ge­hör­ten in den letz­ten Ta­gen auch die Edel­me­tal­le. Gold und Sil­ber ver­moch­ten im Wo­chen­ver­gleich mehr als 3% zu­zu­le­gen. Da­mit konn­te der Preis­zer­fall, der die Gol­dun­ze bin­nen we­ni­ger Wo­chen von 1255 auf 1130 $ hat ab­stür­zen las­sen, vor­läu­fig ge­bremst wer­den. Dass beim jüngs­ten An­stieg auch die be­vor­ste­hen­de Ab­stim­mung zur Gold­in­itia­ti­ve ei­ne Rol­le ge­spielt hat, kann nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Wenn der Goldpreis in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten schon nicht mehr auf die gros­sen Kri­sen die­ser Welt in der Ukrai­ne, Sy­ri­en oder Irak re­agiert hat, so lie­fern we­nigs­tens ein paar Schwei­zer Po­li­ti­ker ein Haus­se­ar­gu­ment.

Bei den Ge­nuss­mit­teln schei­nen sich Kaf­fee-Fu­tures nach dem Kurs­ein­bruch um 20% zwi­schen Mit­te Ok­to­ber und Mit­te No­vem­ber zu sta­bi­li­sie­ren. Kaf­fee ge­hört zu den we­ni­gen Pro­duk­ten, bei de­nen sich für 2015 ein An­ge­bots­de­fi­zit ab­zeich­net. Die­se Tat­sa­che dürf­te wei­ter­hin spe­ku­la­ti­ves Geld an­zie­hen. An­ders ver­hält es sich am Zu­cker­markt. Hier fand der An­stieg von letz­ter Wo­che kei­ne Fort­set­zung, nach­dem das Kauf­in­ter­es­se bei stei­gen­den Prei­sen merk­lich nach­ge­las­sen hat­te. New Yor­ker Roh­zu­cker-Fu­tures, die letz­te Wo­che von 15,5 auf über 16,4 US-Cent pro Pfund ge­klet­tert wa­ren, fie­len in der Fol­ge un­ter 15,7 US-Cent zu­rück.

Die Ge­trei­de- und Öl­saa­ten­märk­te am Chi­ca­go Bo­ard of Tra­de (CBOT) blei­ben un­ter­stützt. Wäh­rend sich Mais und So­ja trotz weit fort­ge­schrit­te­nen Ern­ten in den USA (Mais 89%, So­ja 94%) gut hal­ten konn­ten, ver­zeich­ne­te Wei­zen ei­nen mar­kan­ten Preis­an­stieg von 6,5%. Der Käl­te­ein­bruch in Tei­len des US-An­bau­ge­biets für Win­ter­wei­zen weckt die Sor­ge über Frost­schä­den und hat spe­ku­la­ti­ve Markt­teil­neh­mer be­wo­gen, Leer­ver­käu­fe zu de­cken. Aus­ser lo­gis­ti­schen Pro­ble­men in den USA er­scheint die Si­tua­ti­on bei So­ja güns­tig, wes­halb der Han­del mit­tel­fris­tig tie­fe­re Prei­se er­war­tet.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.