Bes­ser le­ben mit hie­si­gem Hig­htech

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In der kal­ten Jah­res­zeit gibt es in der Schweiz beim Um­gang mit Che­mi­nées und Holz­öfen mehr als ei­nen Brand pro Tag. Jähr­lich ent­ste­hen 20 000 Brän­de, heisst es von der Be­ra­tungs­stel­le für Brand­ver­hü­tung. Die Schä­den be­lau­fen sich auf 600 Mio. Fr., schlim­mer noch: Bis zu 200 Men­schen tra­gen schwe­re Ver­let­zun­gen da­von, 40 ster­ben in den Flam­men. Wä­re es nicht schön, wür­de ein Ge­rät vor der Ge­fahr war­nen, das fast al­le, fast im­mer bei sich ha­ben: das Smart­pho­ne. Die In­ge­nieu­re von App­le hat­ten die­sen Ge­dan­ken und ha­ben ei­nen Hig­htech-Rauch­mel­der pa­ten­tie­ren las­sen. Der könn­te bald viel­leicht mit Schwei­zer Hig­htech da­her­kom­men.

Der Trend ist be­kannt: Mehr und mehr Sen­so­ren ma­chen das gu­te, al­te Mo­bil­te­le­fon zum Smart­pho­ne, zum cle­ve­ren Ge­rät. Es schal­tet das Dis­play ab, wenn es beim Te­le­fo­nie­ren ans Ohr ge­hal­ten wird, es fil­tert stö­ren­de Ge­räu­sche beim Ge­spräch, es stellt Be­we­gun­gen fest. Spä­tes­tens nächs­tes Jahr wan­dert die In­tel­li­genz ans Hand­ge­lenk. Dann wird es smar­te Uh­ren ge­ben, die Puls und Blut­druck über­wa­chen, bald gar den Al­ko­hol­ge­halt im Blut.

App­le nimmt ei­ne Vor­rei­ter­rol­le ein bei sol­chen smar­ten Ge­rä­ten, jetzt schon mit iPho­ne und iPad, ab 2015 mit der App­le Watch. Un­ter Patent­num­mer 20140340216 be­schreibt nun App­le-In­ge­nieur Paul Pus­ka­rich, wie Sen­so­ren in Smart­pho­nes, Ta­blets, Uh­ren oder Com­pu­tern bald Rauch ent­de­cken könn­ten – und dann war­nen, die Sprink­ler aus­lö­sen oder so­gar ei­gen­stän­dig die Feu­er­wehr ru­fen.

Noch ist das Zu­kunfts­mu­sik, doch AMS hat sich be­reits mit Tech­nik ver­stärkt, die in ei­ne ganz ähn­li­che Rich­tung geht. Und App­le ge­hört zu den Gross­kun­den des ös­ter­rei­chi­schen Chip­her­stel­lers. Im Som­mer hat AMS die deut­sche Ap­p­lie­dSen­sor ge­kauft. Die Sen­so­ren des klei­nen Un­ter­neh­mens die­nen da­zu, Ga­se wie Koh­len­mon­oxid oder Stick­stoff auf­zu­spü­ren. So lässt sich bei­spiels­wei­se die Luft­qua­li­tät in Ge­bäu­den oder Fahr­zeu­gen über­wa­chen. Künf­tig könn­ten sol­che De­tek­to­ren ins Smart­pho­ne oder Ta­blet wan­dern.

Ein Spre­cher von AMS sieht al­ler­dings kei­nen Zu­sam­men­hang von ei­ge­ner Tech­nik zur Pa­tent­an­mel­dung. Rauch wür­de durch Ap­p­lie­dSen­sor-Tech­nik nicht auf­ge­spürt. Die zu­ge­kauf­te Tech­nik sei zwar ähn­lich, aber eben nicht gleich wie bei ei­nem Rauch­sen­sor, heisst es wei­ter.

An­le­ger ma­chen mit AMS den­noch we­nig falsch. Seit An­fang Jahr lie­gen die Ti­tel 55% im Plus. App­le brin­gen es seit­her «nur» auf 45%. Das neu­es­te iPho­ne 6, das sich sehr gut ver­kauft, ent­hält AMS-Sen­so­ren, die App­le Watch nächs­tes Jahr wohl auch. Das hat sei­nen Preis mit ei­nem Kurs­Ge­winn-Ver­hält­nis 2015 von 17. Doch die Bör­sen­sto­ry von AMS stimmt wei­ter­hin. Mu­ti­ge mit län­ge­rem An­la­ge­ho­ri­zont kön­nen jetzt noch ein­stei­gen. Al­le Fi­nanz­da­ten zu AMS im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/AMS

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