Ju­bel und Ge­winn­mit­nah­men

Finanz und Wirtschaft - - TELECOM -

Am Ak­ti­en­kurs von Al­ca­tel-Lu­cent lässt sich 2013 der «Mi­chel-Com­bes-Ef­fekt» ab­le­sen. Sei­ner­zeit wur­de der 52-jäh­ri­ge fran­zö­si­sche Ma­na­ger zum Nach­fol­ger von Ben Ver­waay­en be­stimmt. Er trat das CEO-Amt im April des ver­gan­ge­nen Jah­res an und lan­cier­te ei­nen Tur­naround-Plan, den die Börse mit Avan­cen quit­tier­te. Al­ca­tel-Lu­cent soll vom Ge­ne­ra­lis­ten für Tele­co­me­quip­ment zum Spe­zia­lis­ten für IP- und Cloud-Tech­no­lo­gie so­wie Ul­trab­reit­band wer­den.

Am In­ves­to­ren­tag be­stä­tig­te das Ma­nage­ment vor kur­zem die Zie­le des «Shift Plan». Un­ter an­de­rem will das Un­ter­neh­men 1 Mrd. € Fix­kos­ten spa­ren und An­la­ge­ver­mö­gen von mehr als 1 Mrd. € ver­äus­sern, je­weils bis 2015. Zu den De­ves­ti­tio­nen zähl­te et­wa der Ver­kauf der Cy­ber­se­cu­ri­ty-Ein­heit an den Rüs­tungs­kon­zern Tha­les. Das En­ter­pri­seGe­schäft ging mehr­heit­lich an das Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men Chi­na Hua­xin.

Das Wachs­tums­seg­ment Co­re Net­wor­king soll 2015 ei­nen Um­satz von min­des­tens 7 Mrd. € ein­brin­gen und ei­ne ope­ra­ti­ve Mar­ge von über 12,5% (2012: 2,4%). Für die Be­rei­che Ac­cess und Üb­ri­ges liegt das Au­gen­merk dann auf ei­nem ope­ra­ti­ven Cash­flow von über 250 Mio. € (2012: –115 Mio. €).

Un­ter dem Strich dürf­te 2015 wie­der ei­ne schwar­ze Zahl ste­hen. Für die 2006 aus dem fran­zö­si­schen Al­ca­tel-Kon­zern und aus Lu­cent Tech­no­lo­gies (USA) ent­stan­de­ne Ge­sell­schaft lief es lan­ge nicht rund.

Dass die Ak­ti­en seit Jah­res­be­ginn nun aber im Ver­gleich zur Kon­kur­renz in Mit­lei­den­schaft ge­ra­ten sind, liegt zum ei­nen dar­an, dass es am Markt auch Zwei­fel an den Fort­schrit­ten gibt. Die Ana­lys­ten von J. P. Mor­gan se­hen zum an­de­ren Ge­winn­mit­nah­men als Grund. Die Re­struk­tu­rie­rung von Al­ca­tel-Lu­cent sei nicht ins Sto­cken ge­ra­ten, sie kom­me bes­ser vor­an als an­ge­nom­men, schrei­ben sie. Die Ti­tel hät­ten «we­sent­li­ches Auf­wärts­po­ten­zi­al» in den kom­men­den sechs bis zwölf Mo­na­ten, meint J. P. Mor­gan und emp­fiehlt die Ak­ti­en zum Kauf. Auch Bar­clays nimmt ei­ne po­si­ti­ve Hal­tung ein, die Ein­stu­fung lau­tet «Over­weight».

Von ins­ge­samt 26 Ana­lys­ten, die Al­ca­tel-Lu­cent ver­fol­gen, ver­ge­ben knapp zwei Drit­tel ei­ne Kauf­emp­feh­lung. Neu­tral äus­sern sich acht Ex­per­ten, und nur zwei wür­den die Ti­tel ver­kau­fen. Ba­sie­rend auf dem durch­schnitt­li­chen Zwölf­mo­nats-Kurs­ziel von 3.26 € ha­ben die Va­lo­ren ein Auf­wärts­po­ten­zi­al von 21%. Das Kurs-Ge­win­nVer­hält­nis von 34 für das kom­men­de Jahr spie­gelt die Tur­naround-Pha­se. Auf Ba­sis des be­rei­nig­ten Über­schus­ses be­trägt es 17 und für 2016 le­dig­lich 11. Für ri­si­ko­fä­hi­ge An­le­ger sind die Pa­pie­re in­ter­es­sant. In­ves­to­ren, die Di­vi­den­den­ti­tel be­vor­zu­gen, soll­ten statt­des­sen Kurs­rück­set­zer in Erics­son nut­zen. Die Va­lo­ren sind der­zeit statt­lich be­wer­tet. Güns­ti­ger zu ha­ben, aber mit we­nig Kurs­fan­ta­sie sind da­für Cis­co.

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