Nicht üb­le Per­spek­ti­ven für die As­se­ku­ranz

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Ob­schon sich die Kon­junk­tur in vie­len Welt­ge­gen­den nur zag­haft be­le­be, wer­de sich das glo­ba­le Ver­si­che­rungs­vo­lu­men in den kom­men­den Jah­ren deut­lich aus­wei­ten, sag­te Kurt Karl an ei­nem Me­di­en­an­lass in Lon­don. Der Chef­öko­nom des Ver­si­che­rers Swiss Re pro­gnos­ti­ziert, dass sich die Nach­fra­ge nach Scha­den­ver­si­che­run­gen in den Schwel­len­län­dern Asi­ens 2015 und 2016 je mehr als 10% ver­grös­sert. In Latein­ame­ri­ka macht er ei­nen rund 4 bzw. 5% stei­gen­den De­ckungs­be­darf aus. Selbst aus den ge­sät­tig­ten In­dus­trie­län­dern wird ein rund 2% stei­gen­des Nach­fra­ge­vo­lu­men er­war­tet.

Für Vor­sor­ge- und Le­bens­ver­si­che­run­gen macht der Swiss-Re-Öko­nom gar noch et­was hö­he­re Be­darfs­stei­ge­run­gen aus: «Be­son­ders in Chi­na und In­di­en wird es nach Über­win­den re­gu­la­to­ri­scher Er­schwer­nis­se zu ei­ner star­ken Nach­fra­ge­ent­wick­lung kom­men», sag­te Karl. In Re­ak­ti­on auf die wirt­schaft­li­che Be­le­bung wür­den die Zen­tral­ban­ken die Geld­ver­sor­gung all­mäh­lich dämp­fen, ab 2015 in den USA und in Gross­bri­tan­ni­en, in Kon­ti­nen­tal­eu­ro­pa je­doch wohl frü­hes­tens 2017. «Die er­war­te­ten Zins­er­hö­hun­gen wer­den sich in der Ver­mö­gens­an­la­ge der Ver­si­che­rer aber um zwei oder drei Jah­re ver­zö­gert in wie­der stei­gen­den Port­fo­lio­ren­di­ten zei­gen.»

In der Scha­den­ver­si­che­rung, wo ge­rin­ge Ka­ta­stro­phen­kos­ten zu­erst ho­he Ge­win­ne und als Fol­ge da­von ge­gen­wär­tig mas­si­ven Preis­druck be­wir­ken, er­kennt Karl ei­ne Nor­ma­li­sie­rung: «Der Wett­be­werbs­druck wird all­mäh­lich nach­las­sen, weil vie­le Erst- und Rück­ver­si­che­rer das Ka­pi­tal durch Aus­zah­lung an die Ak­tio­nä­re ver­knap­pen.»

Be­denk­lich ist, dass der Ge­winn­aus­weis der Bran­chen­un­ter­neh­men durch un­üb­lich ho­he Auf­lö­sung von Rück­stel­lun­gen ge­schönt ist. «Die tat­säch­li­che Pro- fi­ta­bi­li­tät ist weit schma­ler». Karl geht da­von aus, dass im Fall ei­nes Scha­den­auf­kom­mens auf Hö­he des lang­jäh­ri­gen Durch­schnitts­werts in den kom­men­den Jah­ren nur mehr ei­ne ge­rin­ge Auf­lö­sung von Rück­stel­lun­gen mög­lich sein wird. «Im­mer­hin stützt dies die Er­war­tung mo­de­ra­ter Ta­rif­er­hö­hun­gen.»

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