Ener­gie­stra­te­gie

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - BRU­NO FÄH,

Die «Ener­gie­stra­te­gie 2050» des Bun­des­rats wird in der Win­ter­ses­si­on des Na­tio­nal­rats dis­ku­tiert. Dass da­mit die an­ge­streb­te Ener­gie­wen­de ge­lingt, ist un­wahr­schein­lich. Es muss künf­tig nicht um den Ent­scheid «Atom­aus­stieg», son­dern um den Er­satz fos­si­ler Ener­gi­en ge­hen. Um dies rea­lis­tisch und kli­ma­scho­nend zu er­rei­chen, muss die Op­ti­on Kern­ener­gie of­fen­blei­ben. Al­les an­de­re wird man bald ein­mal als teu­re Fehl­leis­tung er­ken­nen. Ja, es wür­de den öko­no­misch und öko­lo­gisch op­ti­ma­len Schwei­zer Strom­mix ver­un­mög­li­chen; wir wä­ren noch mehr auf Im­port fos­si­len und nu­klea­ren Stroms an­ge­wie­sen. Da­bei wür­den uns Über­re­gu­lie­run­gen, Ab­ga­ben und Sub­ven­tio­nen Mil­li­ar­den kos­ten, aber nicht viel nüt­zen. Weil das Mär­chen «Ener­gie­wen­de» plan­wirt­schaft­li­che Zü­ge auf­weist, muss die Po­li­tik mehr und mehr mit ein­schnei­den­den Mass­nah­men «nach­bes­sern».

Ziel der Stra­te­gie muss sein, CO2E­mis­sio­nen rasch zu sen­ken und stets ge­nü­gend be­zahl­ba­ren, sau­be­ren Strom zur Ver­fü­gung zu ha­ben. Son­nen- und Wind­ener­gie tra­gen nur 0,6% zur Ener­gie­de­ckung bei. Der Stro­m­an­teil am Ge­samt­ener­gie­ver­brauch wird von heu­te 23 auf bis 40% stei­gen. Wol­len wir mehr Strom und we­ni­ger CO2, müs­sen wir den be­währ­ten Strom­mix bei­be­hal­ten. Die Was­ser­kraft muss aus­ge­baut und die Be­triebs­dau­er der Kern­kraft­wer­ke auf bis sech­zig Jah­re an­ge­legt wer­den. Al­ter­na­ti­ve Ener­gi­en müs­sen wirt­schaft­li­cher wer­den.

Der Na­tio­nal­rat wird hof­fent­lich das Ge­schäft zu­rück­wei­sen. Vor al­lem darf es nicht sein, dass die «Ener­gie­stra­te­gie 2050» le­dig­lich als in­di­rek­ter Ge­gen­vor­schlag zur Aus­stiegs­in­itia­ti­ve der Grü­nen zur Ab­stim­mung kommt. Wir hät­ten so le­dig­lich die Wahl zwi­schen Aus­stieg mit oder oh­ne Frist, könn­ten nur Ja und nicht Nein sa­gen. Un­se­re Ener­gie­stra­te­gie muss bes­ser, rea­lis­ti­scher wer­den und vor al­lem dem Volk di­rekt und oh­ne Um­schwei­fe vor­ge­legt wer­den.

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