Markt übt Zu­rück­hal­tung

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ MAN­FRED KRÖLLER

Der Pri­mär­markt blieb zu Wo­chen­be­ginn ge­schäfts­los. Für ei­nen Jah­res­aus­klang sei es ei­gent­lich noch zu früh, hiess es im Han­del. Ge­gen­wär­tig hiel­ten sich je­doch Emit­ten­ten wie An­le­ger zu­rück.

An drei­mo­na­ti­gen Geld­markt­buch­for­de­run­gen (GMBF) wur­den am Di­ens­tag 423,4 Mio. Fr. zu­ge­teilt. Es gab Ge­bo­te über 4,263 Mrd. Fr. Die Ren­di­te er­reich­te –0,158% nach –0,170 (auf sechs­mo­na­ti­ge GMBF) in der Vor­wo­che.

Stan­dard and Poor’s (S&P) hat die Best­no­te (AAA) für die Schweiz

Die Ren­di­te der Geld­markt­buch­for­de­run­gen ist auf –0,158% «ge­stie­gen».

und die Bo­ni­tät der Nie­der­lan­de (AA+) bei je­weils sta­bi­lem Aus­blick be­stä­tigt. Bei­de Län­der hät­ten sta­bi­le recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, ei­ne breit di­ver­si­fi­zier­te Wirt­schaft und ei­ne re­la­tiv tie­fe öf­fent­li­che Ver­schul­dung. Moo­dy’s be­stä­tigt die A2-Bo­ni­tät von Cré­dit Ag­ri­co­le bei un­ver­än­dert ne­ga­ti­vem Aus­blick. Die Be­wer­tung ba­sie­re auf der Stär­kung des Fi­nanz­ri­si­ko­pro­fils der ver­gan­ge­nen Quar­ta­le. Die Bank pro­fi­tiert zu­dem von ei­nem «Bo­nus» von drei No­ten, da im Ex­trem­fall von ei­ner fi­nan­zi­el­len Un­ter­stüt­zung durch den fran­zö­si­schen Staat (Aa1) aus­zu­ge­hen sei. Die Be­stre­bun­gen der EU, die Mög­lich­keit von fi­nan­zi­el­len Hil­fen durch die öf­fent­li­che Hand auf Län­der­ebe­ne ein­zu­schrän­ken, dürf­ten die­ses Be­wer­tungs­pols­ter je­doch re­du­zie­ren, des­halb der ne­ga­ti­ve Aus­blick.

Der ex­pan­si­ven Geld­po­li­tik der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank dürf­te zwar lang­fris­tig der Er­folg ver­sagt blei­ben, nicht zu­letzt, weil sie den Zwang zu un­po­pu­lä­ren Re­for­men der Re­gie­run­gen eher ab­mil­dert, schreibt die Bant­le­on-Bank im stra­te­gi­schen Wo­chen­aus­blick. Kurz­fris­tig dürf­ten die welt­weit im­mer kräf­ti­ger spru­deln­den mo­ne­tä­ren Sti­mu­li je­doch den Märk­ten wei­te­ren Rü­cken­wind be­sche- ren. «In Ver­bin­dung mit un­se­rer Er­war­tung ei­ner be­vor­ste­hen­den kon­junk­tu­rel­len Wie­der­be­le­bung in der Eu­ro­zo­ne in den kom­men­den Mo­na­ten hel­len sich da­mit die Aus­sich­ten für Ri­si­ko-As­sets wei­ter auf», heisst es wei­ter.

Für 2015 er­war­tet Alex­an­der Krü­ger, Chef­volks­wirt des Bank­hau­ses Lam­pe, Düs­sel­dorf, Ren­di­ten der zehn­jäh­ri­gen deut­schen Bun­des­an­lei­he zwi­schen 0,6 und 1,3%. In die­ser Span­ne wür­den sich un­ter­stüt­zen­de Im­pul­se durch die vor­aus­sicht­li­chen EZBStaats­an­lei­he­käu­fe und be­las­ten­de Ef­fek­te der an­ste­hen­den US-Leit­zins­wen­de ab­wech­seln. In zwölf Mo­na­ten dürf­te die Ren­di­te der Bunds 0,9% be­tra­gen. We­gen der «EZB-Schleu­sen­öff­nung» be­ste­he für ita­lie­ni­sche, spa­ni­sche und por­tu­gie­si­sche Staats­an­lei­hen noch Po­ten­zi­al. «Der Bund-Tre­a­su­ry-Spre­ad dürf­te noch et­was stei­gen», so Krü­ger.

Im drit­ten Quar­tal ist die Be­schäf­ti­gung in der Schweiz zum Vor­jahr um 0,7% ge­wach­sen. Das zei­gen die vier­tel­jähr­li­chen In­di­ka­to­ren des Be­schäf­ti­gungs­ba­ro­me­ters des Bun­des­am­tes für Sta­tis­tik (BfS). Die An­zahl der of­fe­nen Stel­len hat ge­mäss BfS um 1,6% ab­ge­nom­men, wäh­rend die Be­schäf­ti­gungs­aus­sich­ten (+0,4%) und die Schwie­rig­kei­ten bei der Per­so­nal­re­kru­tie­rung (+1,6%) ge­stie­gen sind. Laut Sta­tis­tik zähl­te die Schweiz im Be­richts­quar­tal 4,227 Mio. Be­schäf­tig­te. Im se­kun­dä­ren Sek­tor gab es 6000 Stel­len mehr (+0,6%), im ter­tiä­ren Sek­tor 23 000 (+0,8%).

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