Schwie­ri­ge Opec-Sit­zung

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - LASAL­LE BRO­KER­A­GE AG,

DDie Golf­staa­ten wol­len ih­re För­de­rung nicht dros­seln.

ie lau­fen­de Wo­che wird we­gen Thanks­gi­ving am Don­ners­tag in den USA ver­kürzt aus­fal­len. Die US-Börsen blei­ben am Don­ners­tag ge­schlos­sen und sind am Frei­tag zum Mo­nats­en­de nur halb­tags ge­öff­net. Ge­rin­ge­re Vo­lu­men wer­den dann auf weg­wei­sen­de Ent­schei­de am Öl­markt tref­fen.

Eu­ro­päi­sches Brent-Öl no­tier­te vor­letz­te Wo­che zeit­wei­se mit 76.76 $ je Fass auf ei­nem Vier­jah­res­tief. Letz­ten Frei­tag wech­sel­te das­sel­be Fass zu 80.36 $ den Be­sit­zer. Da­mit war das der ers­te Wo­chen­ge­winn seit acht Wo­chen. Di­ens­tag­nach­mit­tag kon­so­li­dier­te der Brent-Preis um die 80-$-Mar­ke.

Die­se Wo­che wird für die wei­te­re Ent­wick­lung des Öl­prei­ses ent­schei­dend. Bis Mon­tag­abend brach­ten die Nu­kle­ar­ver­hand­lun­gen mit dem Iran nicht den er­hoff­ten Durch­bruch. Die Frist für Ver­hand­lun­gen wur­de nun bis Ju­ni 2015 ver­län­gert. Iran hat­te ver­langt, dass die Wirt­schafts­sank­tio­nen kom­plett be­en­det wer­den. Bö­se Zun­gen be­haup­te­ten, ein De­al konn­te nicht zu­stan­de kom­men, weil sonst ein wei­te­rer Preis­rutsch am Öl­markt ge­droht hät­te. Das hät­te den Druck auf den USSchie­fe­röl­boom wei­ter er­höht.

Oh­ne Lö­sung des Atom­streits mit dem Iran dürf­te die Wahr- schein­lich­keit ei­ner Pro­duk­ti­ons­kür­zung an der Opec-Sit­zung am Don­ners­tag ge­stie­gen sein. Die Opec-Pro­du­zen­ten Ve­ne­zue­la, Ecua­dor, Li­by­en und Iran möch­ten ei­ne För­der­dros­se­lung durch­set­zen. Das Nicht-Opec-Mit­glied Russ­land un­ter­stützt an­schei­nend den Vor­schlag. Ku­wait, die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te und Sau­di-Ara­bi­en hal­ten nichts von halb­her­zi­gen Kür­zun­gen.

Am En­de wird es auf Sau­di-Ara­bi­en als Züng­lein an der Waa­ge an­kom­men. In der Ver­gan­gen­heit hat­ten al­lei­ne die Sau­dis durch Dros­se­lun­gen den Markt re­gu­liert, wäh­rend die an­de­ren Öl­för­der­staa­ten da­von pro­fi­tier­ten. Gut mög­lich, dass die Sau­dis auch dros­seln, falls sie se­hen, dass es den an­de­ren Opec-Staa­ten ernst ist. Sau­di-Ara­bi­en könn­ten spä­ter im­mer noch zum Preis­kampf über­ge­hen und die Pro­duk­ti­on hoch­fah­ren, falls an­de­re Staa­ten ih­re An­kün­di­gun­gen nicht ein­hal­ten. Da es aber be­reits seit meh­re­ren Jah­ren kei­ne of­fi­zi­el­le in­di­vi­du­el­le För­der­quo­te für je­des der zwölf Opec-Staa­ten mehr gibt, müss­te die­se gleich­zei­tig re­ak­ti­viert wer­den, um über­prü­fen zu kön­nen, ob je­des Land sei­ne Ver­pflich­tung wirk­lich ein­hält.

Wahr­schein­lich wird die Opec ver­su­chen in ei­nem ers­ten Schritt nur die Über­pro­duk­ti­on auf die of­fi­zi­el­le För­der­quo­te von 30 Mio. Fass je Tag zu­rück­ru­fen. Haupt­pro­blem ist aber, dass der Be­darf für Opec-Öl für 2015 nach Schät­zun­gen nur noch bei 29,2 Mio. Fass liegt. So­lan­ge die Welt­wirt­schaft nicht boomt, ist das Öl­an­ge­bot zu gross.

Wich­tig ist für Sau­di-Ara­bi­en die Si­che­rung von Markt­an­tei­len. Wür­den Quo­ten nach unten an­ge­passt, wür­den Kon­kur­ren­ten wie Russ­land, Nor­we­gen und die USA da­von pro­fi­tie­ren. Dies müss­te ver­hin­dert wer­den. Da­zu gibt es kei­ne gu­te Lö­sung. Ein wirk­sa­mer Weg wä­re aus Sicht der Golf­Staa­ten aber, ei­nen mög­lichst tie­fen Preis er­zie­len, um ein ge­rin­ges Öl­an­ge­bot zu er­rei­chen. Ge­mäss Er­folgs­au­tor und Öl­spe­zia­list Da­ni­el Yer­gin könn­te sich 2015 durch mar­kant bes­se­re Tech­no­lo­gie die För­de­rung von US-Schie­fe­r­öl bei ei­nem Fass­preis zwi­schen 50 und 70$ rech­nen. Die Er­war­tung, dass der US-Schie­fe­röl­boom un­ter ei­nem Preis von 80 $ ins Sto­cken ge­rät, war wohl falsch. Der Öl­preis müss­te al­so wei­ter fal­len um Wir­kung zu zei­gen. Die OpecSit­zung am Don­ners­tag wird ei­ne der schwie­rigs­ten seit den Neun­zi­ger­jah­ren.

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