Bun­des­rat will Frau­en­quo­te

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Noch vor ei­ner Wo­che sah es so aus, dass Jus­tiz­mi­nis­te­rin Si­mo­net­ta Som­maru­ga ih­re For­de­rung nach ei­ner Frau­en­quo­te für Ver­wal­tungs­rä­te und Ge­schäfts­lei­tun­gen im Bun­des­rat nicht durch­brin­gen wür­de. Nun hat sie ge­siegt. Ihr eman­zi­pa­to­ri­sches An­lie­gen soll im re­vi­dier­ten Ak­ti­en­recht ver­an­kert wer­den.

Im Ent­wurf für das re­vi­dier­te Ak­ti­en­recht schreibt der Bun­des­rat: «In wirt­schaft­lich be­deu­ten­den, bör­sen­ko­tier­ten Ge­sell­schaf­ten soll je­des Ge­schlecht zu min­des­tens 30% im Ver­wal­tungs­rat und in der Ge­schäfts­lei­tung ver­tre­ten sein.» Die­sen Vor­ent­wurf hat der Bun­des­rat nun in die Ver­nehm­las­sung ge­schickt. Die Un­ter­neh­men sol­len die­se Vor­ga­ben in­ner­halb von fünf Jah­ren um­set­zen. Wird der Richt­wert ver­fehlt, müs­sen die Grün­de so­wie die ge­plan­ten Mass­nah­men im jähr­li­chen Ver­gü­tungs­be­richt ge­nannt wer­den.

Die Quo­te gilt üb­ri­gens für bei­de Ge­schlech­ter. Ein rein weib­li­cher Ver­wal­tungs­rat oder ei­ne Ge­schäfts­lei­tung, die nur aus Frau­en be­ste­hen wür­de, wä­ren er­klä­rungs­be­dürf­tig (vgl. Kom­men­tar auf Sei­te 3).

Mit der Re­vi­si­on des Ak­ti­en­rechts will der Bun­des­rat auch die Min­der-Initia­ti­ve auf Ge­set­zes­stu­fe um­set­zen. Er setzt Leit­plan­ken für An­tritts­prä­mi­en und gol­de­ne Fall­schir­me so­wie für Ent­schä­di­gun­gen im Zu­sam­men­hang mit Kon­kur­renz­ver­bo­ten. Fer­ner stärkt der Vor­ent­wurf die Rech­te von Ak­tio­nä­ren, die un­ter be­stimm­ten Vor­aus­set­zun­gen auch ei­ne Rück­er­stat­tungs- oder Ver­ant­wort­lich­keits­kla­ge auf Kos­ten der Un­ter­neh­men er­he­ben kön­nen.

Der Bun­des­rat will im re­vi­dier­ten Ak­ti­en­recht auch für mehr Trans­pa­renz im Schwei­zer Roh­stoff­sek­tor sor­gen. Sie ver­pflich­ten die in der Roh­stoff­för­de­rung tä­ti­gen Un­ter­neh­men, ih­re Zah­lun­gen ab 120 000 Fr. im Jahr an staat­li­che Stel­len of­fen­zu­le­gen.

Zu­dem be­hebt der Vor­ent­wurf Un­stim­mig­kei­ten mit dem Rech­nungs­le­gungs­ge­setz. So muss das Ak­ti­en­ka­pi­tal nicht mehr zwin­gend auf Fran­ken lau­ten, und die Rück­zah­lung von Ka­pi­tal­ein­la­gen wird mit Schutz­vor­schrif­ten er­gänzt. Die Ver­nehm­las­sung zur Re­vi­si­on des Ak­ti­en­rechts dau­ert bis 15. März 2015.

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