Swatch Group kauft Zürcher Top­adres­se

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Der Uh­ren­kon­zern Swatch Group hat von der Cre­dit Suis­se die Lie­gen­schaft Bahn­hof­stras­se 30 (Grie­der-Haus) in Zürich er­wor­ben. Über den Kauf­preis wur­de Still­schwei­gen ver­ein­bart. Im mar­kan­ten, im Stil der han­sea­ti­schen Re­nais­sance er­stell­ten Bau beim Pa­ra­de­platz sind das Mo­de­haus Grie­der und Lou­is Vuit­ton ein­ge­mie­tet. Ge­mäss Swatch-Spre­cher Bas­ti­en Buss wer­den die be­ste­hen­den Miet­ver­trä­ge re­spek­tiert, so­dass kurz­fris­tig kei­ne Nut­zungs­än­de­rung zu er­war­ten sei. Ide­en für das sechs­stö­cki­ge Ge­bäu­de mit 7435 m² Nutz­flä­che ge­be es vie­le.

Die Bank Von­to­bel schätzt den Kauf­preis auf 350 Mio. Fr., was Swatch Group spie­lend aus den Bar­mit­teln (1,4 Mrd. Fr. per En­de Ju­ni) be­strei­ten kann. Die Miet­ein­nah­men wer­den auf 10 Mio. Fr. pro Jahr ver­an­schlagt. Das Geld ist auf lan­ge Sicht gut in­ves­tiert. Das In­vest­ment re­du­ziert aber die Mög­lich­keit ei­nes Ak­ti­en­rück­kaufs.

Ei­ne Op­ti­on auf lan­ge Sicht ist die Kon­zen­tra­ti­on der Prä­senz der ver­schie­de­nen Mar­ken an der Zürcher Bahn­hof­stras­se im pro­mi­nen­ten Bau. Aus­ser der Schmuck­mar­ke Har­ry Wins­ton ha­ben al­le gros­sen Brands ei­ne ei­ge­ne Bou­tique an der Ein­kaufs­mei­le, so Bre­guet, Blancpain und Ome­ga. Den­noch hat der ei­ge­ne De­tail­han­del der Grup­pe im Ver­gleich zu Ri­che­mont ei­nen ge­rin­ge­ren Um­satz­an­teil. CEO Nick Hay­ek ist be­strebt, den An­teil von 20 auf 30 bis 35% zu stei­gern, je nach Region und Mar­ke.

Swatch Group hat mit der Füh­rung von Uh­ren­häu­sern an bes­ter La­ge brei­te Er­fah­rung – zum Bei­spiel mit den Kon­zep­ten Tour­bil­lon und Hour Pas­si­on – und be­weist da­bei auch Kreativität. In To­kios No­bel­vier­tel Gin­za führt sie das von Shi­ge­ru Ban ent­wor­fe­ne Ni­co­las-G.Hay­ek-Haus, in das ein drei­stel­li­ger Mil­lio­nen­be­trag in­ves­tiert wur­de. In Schang­hai sind im Pe­ace Ho­tel di­ver­se Uh­ren­bou­ti­quen so­wie ein Re­stau­rant und Künst­ler­ate­liers un­ter­ge­bracht.

Die In­ha­ber­ak­ti­en Swatch Group no­tier­ten am Frei­tag in ei­nem ge­hal­te­nen Markt et­was leich­ter, wo­zu ent­täusch­te Rück­kauf­hoff­nun­gen bei­ge­tra­gen ha­ben könn­ten. Mit ei­nem KGV 15 für 2015 sind sie kei­nes­wegs über­be­wer­tet. Das zeigt sich im Bran­chen­ver­gleich wie in der Lang­zeit­be­trach­tung.

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