Jagd nach Ren­di­te geht wei­ter

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - KR

Auch für das nächs­te Jahr gel­te die bis­he­ri­ge «zu­ver­sicht­li­che Beur­tei­lung von Ak­ti­en» – vor al­lem von eu­ro­päi­schen und ja­pa­ni­schen. Das be­ton­ten Micha­el Stro­baek, Glo­bal CIO der Cre­dit Suis­se (CS) und An­ja Hoch­berg, Re­gio­nal CIO Schweiz und Eu­ro­pa, im An­la­geausb­lick 2015. Vo­la­ti­li­täts­schü­be sei­en künf­tig nicht aus­zu­schlies­sen.

Ak­ti­en soll­ten ihr at­trak­ti­ve­res Ri­si­koEr­trags-Ver­hält­nis ge­gen­über hoch be­no­te­ten An­lei­hen, al­so in An­la­ge­qua­li­tät im Bo­ni­täts­be­reich AAA bis BBB, bei­be­hal­ten. Das Wachs­tum der Welt­wirt­schaft soll­te sich 2015 un­ter Füh­rung der USA leicht be­schleu­ni­gen. Ei­ne Re­zes­si­on in der Eu­ro­zo­ne sei un­wahr­schein­lich.

Vor al­lem an eu­ro­päi­schen Ak­ti­en­märk­ten se­hen die An­la­ge­stra­te­gen der CS «Wert­schöp­fungs­po­ten­zi­al», das es zu rea­li­sie­ren gel­te. Das Wachs­tum in der Eu­ro­zo­ne prä­sen­tier­te sich im Jah­res­ver­lauf 2014 pro­ble­ma­tisch, und ob­wohl die Schwel­le für Über­ra­schun­gen tief an­ge­setzt war, hät­ten sich die Ak­ti­en­märk­te dort seit Mit­te des Jah­res nur un­ter­durch­schnitt­lich ent­wi­ckelt.

Die EZB wird wei­ter lo­ckern

«Wir glau­ben, dass sich Eu­ro­pa nächs­tes Jahr bes­ser be­haup­ten soll­te», er­klärt An­ja Hoch­berg. Die ak­tu­el­len Ak­ti­en­kur­se re­flek­tier­ten «ei­ne zu pes­si­mis­ti­sche Kon­junk­tur­ein­schät­zung». Die Nei­gung der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) zu mehr quan­ti­ta­ti­ver Lo­cke­rung soll­te Ak­ti­en zu­gu­te kom­men. Die Eu­ro­schwä­che ver­stär­ke die po­si­ti­ve Wir­kung des glo­ba­len Wachs­tums zu­sätz­lich.

Vor die­sem Hin­ter­grund fa­vo­ri­siert CS eu­ro­päi­sche Ex­por­teu­re, aber auch eu­ro­päi­sche Ban­ken, weil sich die Stim­mung auf­hel­le und die Kre­dit­nach­fra­ge stei­ge. Bei nach wie vor tie­fem Zins­um­feld wer­de 2015 «die Jagd nach Ren­di­te wei­ter­ge­hen», auch wenn die ame­ri­ka­ni­sche No­ten­bank ab Ju­ni da­mit be­gin­ne, ih­re Leit­zin­sen zu er­hö­hen.

Die «Ren­di­te­fra­ge» blei­be schon des­halb aktuell, weil die EZB ih­re An­stren­gung in Be­zug auf die quan­ti­ta­ti­ve Lo­cke­rung ver­stär­ken müs­se, um das Wachs­tum an­zu­kur­beln und der De­fla­ti­ons­ge­fahr vor­zu­beu­gen. Trotz star­ken po­li­ti­schen Wi­der­stands dürf­te sie im ers­ten Quar­tal 2015 mit dem Kauf von Staats­an­lei­hen be­gin­nen.

An­lei­hen sorg­fäl­tig wäh­len

Dies kön­ne nach An­sicht von Händ­lern so­gar da­zu füh­ren, dass auch die Ren­di­ten von Staats­pa­pie­ren aus der Pe­ri­phe­rie ins Mi­nus ge­ra­ten. In die­sem Kon­text ra­ten die CS-An­la­ge­stra­te­gen un­ter an­de­rem zu sorg­fäl­tig aus­ge­wähl­ten Un­ter­neh­mens- und Schwel­len­län­der­bonds und zu di­vi­den­den­star­ken Ak­ti­en, vor al­lem aus Eu­ro­pa und Ja­pan.

Weil das Fed sei­ne Geld­po­li­tik vor­aus­sicht­lich schon bald straf­fen wer­de, müss­ten Un­ter­neh­mens­an­lei­hen be­rück­sich­tigt wer­den, wenn man «Re­al­ren­di­te» er­zie­len möch­te. An­ge­sichts nied­ri­ger Aus­fall­quo­ten, des ein­fa­chen Zu­gangs zu Fi­nan­zie­run­gen und des sta­bi­len bis bes­se­ren Kon­junk­tur­zy­klus in vie­len Tei­len der Welt lie­fer­ten «aus­ge­wähl­te Un­ter­neh­mens­an­lei­hen nach wie vor ei­ne an­ge­mes­se­ne Ent­schä­di­gung», ar­gu­men­tiert die CS. We­gen der tie­fen Re­fe­renz­ren­di­ten soll­te man nicht zu viel Du­ra­ti­ons­ri­si­ko auf sich neh­men. Nach An­sicht der Gross­bank kön­nen nach­ran­gi­ge Ver­bind­lich­kei­ten so­wie ei­ne sorg­fäl­ti­ge Aus­wahl von An­lei­hen aus Schwel­len­län­dern noch Chan­cen bie­ten.

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