Ae­vis ver­folgt ehr­gei­zi­ge Zie­le

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT - GH

Die Ge­sund­heits- und Ho­tel­grup­pe Ae­vis hat letz­tes Jahr den Um­satz stark ge­stei­gert. Der Ge­winn da­ge­gen ist um rund ein Vier­tel ein­ge­bro­chen. Der Um­satz leg­te 19,2% auf 542,4 Mio. Fr. zu. Die­se Stei­ge­rung ist vor al­lem auf die Ak­qui­si­ti­on der Vic­to­ria-Jungfrau Collec­tion mit ih­ren vier Lu­xus­ho­tels zu­rück­zu­füh­ren. Der Ge­winn ging von 8,7 Mio. im Vor­jahr auf 6,1 Mio. Fr. zu­rück, als Fol­ge von Son­der­fak­to­ren wie hö­he­ren Ab­schrei­bun­gen und Amor­ti­sa­tio­nen.

Mit­tel­fris­tig will Ae­vis ei­ne EbitdaMar­ge von 20% er­rei­chen. Da­von ist die Grup­pe mit ei­ner Mar­ge von 12,1% aber noch weit ent­fernt. Jähr­lich will sie die Ebit­da-Mar­ge um 1,5 bis 3% er­hö­hen. Da­bei er­war­tet sie für das lau­fen­de Jahr ei­nen Um­satz von 600 Mio. Fr. An der Di­vi­den­de von 55 Rp. pro Ti­tel wird fest­ge­hal­ten. Die Ren­di­te von 1,2% ist nicht at­trak­tiv.

Ae­vis steht auf drei Stand­bei­nen: Pri­vat­kli­ni­ken, Lu­xus­ho­tels und Im­mo­bi­li­en. Die vier­zehn Kli­ni­ken der Toch­ter Ge­no­lier mit ei­nem Um­satz­an­teil von 85% er­ziel­ten 2014 ei­nen Er­lös von 461, 2 Mio. Fr., 6,3% mehr als im Vor­jahr. Die Ebit­da-Mar­ge be­trug aber nur 7,5%. Zum Ver­gleich: Die Mar­ge der Kon­kur­ren­tin Hirs­lan­den liegt über 20%. Ae­vis möch­te zu­kau­fen und mit­tel­fris­tig 20 bis 25 Kli­ni­ken in der Schweiz be­trei­ben.

Die Toch­ter Swiss He­alth Pro­per­ties hält 28 Lie­gen­schaf­ten und ge­ne­riert ei­nen Miet­ertrag von 31,7 Mio. Fr. Das Port­fo­lio weist ei­nen ge­schätz­ten Markt­wert von 685 Mio. Fr. aus.

Die Ho­tel­grup­pe Vic­to­ria-Jungfrau Collec­tion konn­te die Über­nach­tun­gen ver­gan­ge­nes Jahr 5,6% und den Um­satz 3,6% auf 74,7 Mio. Fr. stei­gern. Auch die Pro­fi­ta­bi­li­tät wur­de ver­bes­sert. Das Be­triebs­er­geb­nis er­höh­te sich auf 5,2 Mio. Fr., was aber un­ter dem Bran­chen­stan­dard liegt, wie Ae­vis schreibt. Wäh­rend das Flagg­schiff Vic­to­ria-Jungfrau Grand Ho­tel in In­ter­la­ken gut vor­an­kom­me, be­fin­de sich das Pa­lace Lu­zern in ei­ner schwie­ri­gen Si­tua­ti­on, was auf das Er­geb­nis der Ho­tel­di­vi­si­on drü­cke. Da­bei wür­de in Lu­zern die ho­he Mie­te be­las­ten. Der­zeit wer­den kei­ne Kauf­plä­ne für Ho­tels ge­hegt. «Die er­folg­rei­che Re­po­si­tio­nie­rung der Ho­tel­grup­pe wird Zeit und sub­stan­zi­el­le In­ves­ti­tio­nen er­for­dern.»

Auf die Pu­bli­ka­ti­on des Er­geb­nis­ses re­agier­ten die Ak­ti­en we­nig. 82,5% der Ti­tel be­fin­den sich im Be­sitz der Ak­tio­närs­grup­pe Hu­bert, Hu­bert-Reynard und Rey­bier. Die tie­fe Mar­ge von Ge­no­lier und die schwie­ri­ge Si­tua­ti­on der Schwei­zer Ho­tel­le­rie we­gen des star­ken Fran­kens er­mu­ti­gen nicht zum Kauf der Ak­ti­en. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Ae­vis im Online-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/AEVS

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