Der lan­ge Schat­ten von «Wee Ni­co­la»

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - CP

zwei­deu­tig auch schon «Wee Ni­co­la» (engl. für «klein») ge­nannt. Und es ist ver­ständ­lich, wes­halb ih­re Geg­ner sie ger­ne ver­un­glimp­fen. Sie ist ziel­stre­big und hat Er­folg. Die An­wäl­tin, Toch­ter ei­nes Elek­tri­kers und ei­ner Zahn­arzt­ge­hil­fin, wuchs in ei­ner So­zi­al­woh­nung auf und wur­de mit 29 als Ver­tre­te­rin von Glas­gow ins ers­te schot­ti­sche Par­la­ment ge­wählt. Zwei Amts­zei­ten spä­ter kan­di­dier­te sie im Wahl­be­zirk Go­van in Süd-Glas­gow und konn­te den Sitz von La­bour ge­win­nen. Stur­ge­on kann es gut mit Leu­ten, und sie liebt es, sich mit An­hän­gern fo­to­gra­fie­ren zu las­sen («Sel­fies») – Be­wei­se da­für fin­det man auf ih­rem Kurz­nach­rich­ten­ka­nal auf Twit­ter. «Das gibt mir ei­ne Ver­bin­dung mit den Leu­ten», sag­te sie da­zu ge­gen­über der Zei­tung «The Ti­mes».

Die SNP un­ter Stur­ge­on steht auch des­halb vor ei­nem Er­folg. Ge­mäss der Pro­gno­se des «Guar­di­an» könn­te sie 55 der 59 Sit­ze, die im Un­ter­haus Schott­land zu­ste­hen, ge­win­nen. Da­mit wird die lin­ke SNP, die wei­ter­hin die Un­ab­hän­gig­keit Schott­lands an­strebt, die dritt­stärks­te Kraft. Sie kann La­bour hel­fen oder die To­ries ver­hin­dern. So oder so be­stimmt Stur­ge­on, wer bald in 10 Dow­ning Street ein­zieht.

Die Aus­gangs­la­ge vor den Par­la­ments­wah­len im Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich ist denk­bar knapp. So wie vor fünf Jah­ren wird, wenn die Um­fra­gen recht be­hal­ten, kei­ne der bei­den gros­sen Par­tei­en die ab­so­lu­te Mehr­heit von 326 Sit­zen er­rei­chen. Da­mit schlägt die St­un­de der klei­ne­ren Frak­tio­nen im künf­ti­gen Un­ter­haus. Und so kommt es, dass aus­ge­rech­net ei­ne Schot­tin, die nicht ein­mal zur Wahl steht, be­stimmt, ob Da­vid Ca­me­ron von den kon­ser­va­ti­ven To­ries neu­er-al­ter Pre­mier­mi­nis­ter wird oder Ed Mi­li­band von der lin­ken La­bour-Par­tei. Auf­tritt Ni­co­la Stur­ge­on.

Die 44-jäh­ri­ge Schot­tin ist Che­fin der lin­ken Scot­tish Na­tio­nal Par­ty (SNP) und als obers­te Po­li­ti­ke­rin Schott­lands auch First Mi­nis­ter. Sie hat bei­de Jobs von Alex Sal­mond über­nom­men, der nach der ver­lo­re­nen Ab­stim­mung über die Un­ab­hän­gig­keit Schott­lands im Herbst zu­rück­trat. Stur­ge­on, un­be­stä­tig­te 1 Me­ter 63 gross, wur­de durch­aus

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