Rewe schielt auf das gan­ze Ver­an­stal­ter­ge­schäft von Kuo­ni

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - GH

«Rewe will das gan­ze Rei­se­ver­an­stal­ter­ge­schäft von Kuo­ni kau­fen», er­klärt ein In­si­der der Tou­ris­tik­spar­te von Rewe. Die Kas­se des Deut­schen Han­dels­kon­zerns ist für Ak­qui­si­tio­nen gut ge­füllt, wie de­ren CEO Alain Ca­par­ros bei der Pu­bli­ka­ti­on der Jah­res­er­geb­nis­se er­läu­ter­te. Ca­par­ros kennt den Schwei­zer Markt aus frü­he­ren Tä­tig­kei­ten bes­tens. Ein in den Ver­kaufs­pro­zess In­vol­vier­ter be­stä­tigt eben­falls das An­ge­bot von Rewe.

Kuo­nis Ver­an­stal­ter­ge­schäft, ge­nannt Out­bound, wür­de die Rei­se­spar­te von Rewe gut er­gän­zen. In der Schweiz et­wa führt Rewe kei­ne Rei­se­bü­ros. Zu­dem be­sit­zen die Deut­schen im Ver­gleich Mar­ken im eher tie­fe­ren Preis­seg­ment als Kuo­ni. Die Rei­se­spar­te der Rewe Grup­pe, die Tou­ris­tik, er­ziel­te im ver­gan­ge­nen Jahr ei­nen Um­satz von 4,9 Mrd.€. Das zum Ver­kauf ste­hen­de Rei­se­ge­schäft von Kuo­ni er­reich­te 2014 Ein­nah­men von 2,2 Mrd. Fr. und er­ziel­te ei­ne ma­ge­re Be­triebs­ge­winn­mar­ge (Ebit) von 0,3%.

Of­fi­zi­ell will Rewe ei­nen mög­li­chen Kauf des Rei­se­ver­an­stal­ter­ge­schäfts von Kuo­ni nicht kom­men­tie­ren. Der Schwei­zer Rei­se­kon­zern nennt auch kei­ne Na­men von po­ten­zi­el­len Käu­fern, die ein In­for­ma­ti­ons­me­mo­ran­dum zu Kuo­ni er­hal­ten ha­ben und da­für ei­ne Ver­trau­lich­keits­er­klä­rung un­ter­zeich­ne­ten.

Es soll aber mehr als ei­nen In­ter­es­sen­ten für das gan­ze Ver­an­stal­ter­ge­schäft ge- ben, sagt ein Ban­ker. Un­ter den Be­wer­bern sei­en Kon­kur­ren­ten von Kuo­ni, aber auch Fi­nanz­in­ves­to­ren.

TUI, die Num­mer 1 im eu­ro­päi­schen Rei­se­busi­ness, will nicht kau­fen: «Die TUI Group hat kein In­ter­es­se an ei­nem In­vest­ment in Kuo­ni oder ei­ner ih­rer Toch­ter­ge­sell­schaf­ten», er­klärt de­ren Me­dienstel­le am Di­ens­tag. Tho­mas Cook, der zweit­gröss­te Rei­se­ver­an­stal­ter in Eu­ro­pa mit ei­nem Ex-Kuo­ni-Mann an der Spit­ze, möch­te ei­nen mög­li­chen Kauf nicht kom­men­tie­ren. «Wir sind gut po­si­tio­niert mit un­se­rem Pro­dukt­port­fo­lio und un­se­rem Tou­ro­pe­ra­ter-Ge­schäft», meint der Spre­cher.

In den nächs­ten zwei Mo­na­ten wird ei­ne ge­naue Be­wer­tung (Due Di­li­gence) der sechs zum Ver­kauf ste­hen­den Kuo­niSpar­ten durch­ge­führt. Da­zu ge­hö­ren Kuo­ni Schweiz, Gross­bri­tan­ni­en, Be­ne­lux, Hong­kong/Chi­na und In­di­en so­wie das Ge­schäft in Skan­di­na­vi­en/Finn­land. Die­ses Tou­ro­pe­ra­tor-Ge­schäft kann als Gan­zes oder in Tei­len ge­kauft wer­den. Be­reits öf­fent­lich In­ter­es­se hat Ho­tel­plan für den Schwei­zer Teil de­kla­riert.

Wahr­schein­li­cher als ein Ver­kauf der be­tref­fen­den Ein­heit als Gan­zes ist die Auf­spal­tung in meh­re­re Tei­le. Die Ve­räus­se­rung an ei­nen ein­zi­gen Käu­fer ist zwar ein­fa­cher, aber mit meh­re­ren könn­te Kuo­ni ei­nen hö­he­ren Preis her­aus­ho­len. Der Ver­kaufs­preis wird von der ZKB auf 300 Mio. Fr. ge­schätzt. Bis En­de Jahr will der Kon­zern sein Out­bound-Ge­schäft ab­ge­stos­sen ha­ben. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Kuo­ni im Online-Ak­ti­en­füh­rer: fuw.ch/KUNN

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