Ku­rio­se Ka­len­der­ef­fek­te

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - SR

Nebst den schwa­chen Som­mer­mo­na­ten sind an den Ak­ti­en­märk­ten di­ver­se wei­te­re sai­so­na­le Mus­ter zu be­ob­ach­ten. Zu den be­kann­tes­ten zählt der so ge­nann­te Ja­nu­arEf­fekt, der die Be­ob­ach­tung be­schreibt, dass sich die US-Märk­te in der Ver­gan­gen­heit im Ja­nu­ar in der Re­gel über­durch­schnitt­lich stark ent­wi­ckel­ten. Vor al­lem klein­ka­pi­ta­li­sier­te Un­ter­neh­men zeig­ten je­weils ei­ne star­ke Per­for­mance. Das Phä­no­men wur­de erst­mals zu Be­ginn der Acht­zi­ger­jah­re do­ku­men­tiert und spä­ter in vie­len an­de­ren Län­dern nach­ge­wie­sen. Als mög­li­che Grün­de ge­nannt wer­den Steu­er­ef­fek­te oder die Tat­sa­che, dass vie­le An­ge­stell­te zum Jah­res­en­de ei­nen drei­zehn­ten Mo­nats­lohn oder ei­nen Bo­nus er­hal­ten und die­sen an der Bör­se in­ves­tie­ren. Al­ler­dings hat sich der Ef­fekt in den ver­gan­ge­nen Jah­ren stark ab­ge­schwächt.

Eben­falls auf den ers­ten Mo­nat des Jah­res be­zieht sich die Faust­re­gel: «Wie der Ja­nu­ar, so das gan­ze Jahr.» Fällt das Bör­sen­ba­ro­me­ter im Ja­nu­ar, winkt ein ne­ga­ti­ves Ak­ti­en­jahr, steigt der In­dex, re­sul­tiert ein po­si­ti­ves Jahr. Die Treff­si­cher­heit die­ser Bör­sen­weis­heit ist frap­pant: Seit 1934 hat sich die Aus­sa­ge für den Dow Jo­nes In­dus­tri­al in rund 90% der Fäl­le be­wahr­hei­tet. Ei­ne Ab­wand­lung des Ja­nu­ar-Ef­fekts ist die Fün­fTa­ge-Re­gel, ge­mäss der die ers­ten fünf Han- dels­ta­ge die Rich­tung für das ge­sam­te Jahr vor­ge­ben. Der Jah­res­end­ef­fekt ist auch als Weih­nachts­ral­lye be­kannt, die pri­mär dem Ver­hal­ten von Ver­mö­gens­ver­wal­tern zu­ge­schrie­ben wird, die zum Jah­res­en­de auf den fah­ren­den Ak­ti­en­zug auf­sprin­gen.

Der Prä­si­dent­schafts­zy­klus teilt die Jah­re ge­mäss der Amt­s­pe­ri­ode des USPrä­si­den­ten ein. Die­ser wird je­weils im No­vem­ber für vier Jah­re ge­wählt. Der Zy­klus be­steht aus Wahl- (2012), Nach­wahl- (2013), Zwi­schen­wahl- (2014) und Vor­wahl­jahr (2015). Je nach Amts­jahr – so die Theo­rie – schnei­det der Markt bes­ser oder schlech­ter ab. Da der neu­ge­wähl­te Prä­si­dent die ein­schnei­den­den und un­po­pu­lä­ren Mass­nah­men in den ers­ten Amts­jah­ren um­setzt, fällt die Ent­wick­lung an der Konjunktur- und Bör­sen­front oft ent­täu­schend aus. Zü­cker­chen wer­den erst ver­teilt, wenn sich die Wie­der­wahl nä­hert. Des­halb sind das Zwi­schen­wahl- und das Vor­wahl­jahr – wie 2015 – üb­li­cher­wei­se die bes­ten.

Ge­mäss De­ka­den­zy­klus be­wegt sich die Bör­se in ei­nem Zehn­jah­res­zy­klus. Hier­bei wer­den die Jah­re in 0er-Jah­re – 1900, 1910, etc. –, 1er-Jah­re usw. ein­ge­teilt. Die Jah­re, die mit ei­ner Fünf en­de­ten, wa­ren in der Ver­gan­gen­heit be­son­ders gu­te, Nul­ler- und Sieb­ner­jah­re hin­ge­gen oft­mals ent­täu­schen­de Bör­sen­jah­re.

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