First Gulf Bank emit­tiert

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ MAN­FRED KRÖLLER

Die Ren­di­te der Geld­markt­buch­for­de­run­gen fällt auf ein Re­kord­tief von –1,38%.

Die ers­te Trans­ak­ti­on der Wo­che brach­te UBS am Di­ens­tag: First Gulf Bank 2015/2022 über 200 Mio. Fr. Die von Moo­dy’s mit A2 und Fitch mit A+ ein­ge­stuf­te Schuld­ne­rin aus den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten zahl­te für die sie­ben­jäh­ri­ge Ob­li­ga­ti­on ei­nen Ren­di­te­auf­schlag (Spre­ad) von 56 Ba­sis­punk­ten (Bp) über Swap-Mit­te.

An drei­mo­na­ti­gen Geld­markt­buch­for­de­run­gen wur­den am Di­ens­tag 514 Mio. Fr. zu­ge­teilt. Nach An­ga­ben der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank gin­gen Ge- bo­te über 2,764 Mrd. Fr. ein. Die Ren­di­te fiel auf ein neu­es Re­kord­tief von –1,38% nach –1,152% in der Vor­wo­che. Seit Au­gust 2011 ist die GMBF-Ren­di­te ne­ga­tiv.

Mit knapp 7 Mrd. Fr. wur­den im April am Schwei­zer Pri­mär­markt et­was we­ni­ger neue An­lei­hen emit­tiert als im März (7,43 Mrd.) aber deut­lich mehr als im April 2014 (5,2 Mrd. Fr.). Im In­land­seg­ment ging das Emis­si­ons­vo­lu­men im April auf 4,2 Mrd. Fr. zu­rück nach 6,45 Mrd. im März. Er­freu­lich zu­ge­nom­men hat da­ge­gen die Emis­si­ons­tä­tig­keit aus­län­di­scher Schuld­ner: von 975 Mio. Fr. im März auf 2,48 Mrd. im April. Von Ja­nu­ar bis April wur­den am Pri­mär­markt 27,45 Mrd. Fr. emit­tiert (da­von 20,14 Mrd. von In­län­dern). Das ist in et­wa das glei­che Vo­lu­men wie im Vor­jahr, das al­ler­dings gleich­mäs­si­ger auf In­län­der (15 Mrd. Fr.) und Aus­län­der (12,4 Mrd.) ver­teilt war.

Un­ge­ach­tet stren­ger Aus­ga­ben­kon­trol­len be­kom­men auch die Schwei­zer Kan­to­ne mit­tel­fris­tig die schlep­pen­de Konjunktur und auch die Fran­ken­stär­ke vor al­lem ge­gen­über dem Eu­ro zu spü­ren: Die Steu­er­ein­nah­men ge­hen zu­rück oder stei­gen kaum noch. Da­durch dürf­ten sich je­doch der je­wei­li­ge Ver­schul­dungs­grad nicht si­gni­fi­kant er­hö­hen. Zu die­sem Er­geb­nis kommt die Ra­ting­agen­tur Stan­dard and Poor’s (S&P) in ih­rer so­eben er­schie­ne­nen Pu­bli­ka­ti­on «Pu­b­lic Finance Sys­tem Over­view: Swiss Can­tons».

13 der 26 Schwei­zer Kan­to­ne schlies­sen ih­re Rech­nung 2014 im Mi­nus ab. Das ist ins­ge­samt et­was bes­ser als er­war­tet, stellt die Cre­dit Suis­se (CS) in ei­nem Re­ser­achPa­pier zu den Kan­tons­fi­nan­zen fest. Bei 16 Kan­to­nen wa­ren die Vor­an­schlä­ge noch mit ne­ga­ti­vem Vor­zei­chen be­haf­tet. Den ku­mu­lier­ten De­fi­zi­ten von rund 760 Mio. Fr. ste­hen Über­schüs­se von gut 220 Mio. Fr. ge­gen­über. «Das er­gibt über al­le Kan­to­ne ge­se­hen ein De­fi­zit von 540 Mio. Fr.», stellt die CS fest. Das sei ei­ne deut­li­che Ver­bes­se­rung ge­gen­über dem Vor­jahr (−793 Mio.). Schwyz führt den Rei­gen der De­fi­zit­kan­to­ne mit –210 Mio. Fr. an, ge­folgt von Zug (–139 Fr.). Wie schon im Vor­jahr bleibt Bern Spit­zen­rei­ter der Über­schuss­kan­to­ne (+210 Mio.). Wäh­rend die Ber­ner vor­sich­ti­ger bud­ge­tier­ten und dann mehr Steu­ern ein­nah­men und we­ni­ger Aus­ga­ben hat­ten als ge­plant, war es in Zug und Schwyz um­ge­kehrt.

Ins­ge­samt sei die Ein­schät­zung der kan­to­na­len Finanzen schwie­ri­ger, schreibt die CS. Auch Son­der­ef­fek­te hät­ten zum Teil kräf­tig zu Bu­che ge­schla­gen: in Zü­rich und Ba­sel-Stadt et­wa die Auf­lö­sung von Rück­stel­lun­gen für die Sa­nie­rung der kan­to­na­len Pen­si­ons­kas­sen, in So­lo­thurn ei­ne Wert­be­rich­ti­gung der An­tei­le am Ener­gie­kon­zern Al­piq von 40 Mio. Fr.

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