Tran­so­ce­an fin­det nicht

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - MG

Die Über­ka­pa­zi­tä­ten in der Off­s­horeBohr­bran­che for­dern ih­ren Tri­but: Der Tief­see­bohr­kon­zern Tran­so­ce­an muss­te im ers­ten Quar­tal er­neut ho­he Ab­schrei­bun­gen und Wert­be­rich­ti­gun­gen vor­neh­men: 481 Mio. $ auf der Tief­see­flot­te und 393 Mio. $ auf Bohr­an­la­gen, die ver­kauft oder ver­schrot­tet wer­den sol­len. So er­gab sich ein Ver­lust von 483 Mio. $. Schon im Vor­quar­tal hat­te Tran­so­ce­an nach mil­li­ar­den­schwe­ren Kor­rek­tu­ren ein Mi­nus von 739 Mio. $ aus­ge­wie­sen.

Der Um­satz kam auf 2,04 Mrd. $ zu lie­gen (–13%). Der Auf­trags­be­stand be­lief sich per 16. April auf 19,9 Mrd. $; per 17. Fe­bru­ar hat­te er noch 21,2 Mrd. $ be­tra­gen. Tran­so­ce­an ar­bei­tet so­mit mehr Auf­trä­ge ab als neue her­ein­kom­men. Als Re­ak­ti­on auf die Über­ka­pa­zi­tä­ten im Sek­tor hat Tran­so­ce­an 19 Bohr­an­la­gen zur Ver­schrot­tung vor­ge­se­hen. Das Un­ter­neh­men führt da­mit ge­mäss Von­to­bel-Ana­lyst Fa­bi­an Hä­cki «das ag­gres­sivs­te Ab­wrack- pro­gramm der Bran­che» durch. Tran­so­ce­an be­sitzt jetzt noch 65 Bohr­an­la­gen, haupt­säch­lich im Ul­tra­tief­was­ser­be­reich. Sie­ben Ul­tra­tief­was­ser­bohr­schif­fe und fünf Hub­bohr­in­seln für ho­he An­for­de­run­gen be­fin­den sich in Bau. Die ver­blie­be­ne Flot­te konn­te Tran­so­ce­an da­ge­gen bes­ser aus­las­ten. Im ers­ten Quar­tal be­trug die Aus­las­tung 79%, nach 73% im Vor­quar­tal und 78% von Ja­nu­ar bis März 2014. Ein lau­fen­des Kos­ten­sen­kungs­pro­gramm, um die sin­ken­den Er­trä­ge zu kon­tern, trägt im­mer­hin ers­te Früch­te.

An­ga­ben zum Aus­blick mach­te Tran­so­ce­an nicht. Mit den Jah­res­zah­len hat­te das Un­ter­neh­men En­de Fe­bru­ar mit­ge­teilt, in den kom­men­den zwölf bis acht­zehn Mo­na­ten wei­ter­hin mit ei­nem her­aus­for­dern­den Markt­um­feld zu rech­nen.

An­le­ger be­ob­ach­ten das Ge­sche­hen in der Off­s­hore-Bohr­bran­che am bes­ten wei­ter­hin von der Sei­ten­li­nie aus. Auf­grund des nied­ri­gen Öl­prei­ses hal­ten sich Öl- und Gas­un­ter­neh­men mit In­ves­ti­tio­nen in Tief­see­pro­jek­te zu­rück. Ein Wie­der­an­zie­hen der Tief­see­ak­ti­vi­tä­ten wür­de ein Öl­preis­ni­veau er­for­dern, das deut­lich hö­her liegt als selbst der ge­gen­wär­ti­ge, sich jüngst er­hol­te Stand.

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