Hel­las und die Troi­ka kom­men sich nä­her

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - AN

Die Zins­kor­rek­tur (vgl. Text oben) an den Märk­ten kommt für Grie­chen­land zum fal­schen Zeit­punkt. Das Land ist wei­ter­hin fi­nan­zi­ell an­ge­schla­gen, die Li­qui­di­täts­re­ser­ven schwin­den. Die Re­gie­rung be­fin­det sich im­mer noch in schwie­ri­gen Ver­hand­lun­gen mit den Eu­ro­staa­ten über die Zu­kunft des Hilfs­kre­dits. Am Mon­tag wer­den sich die Fi­nanz­mi­nis­ter der Wäh­rungs­uni­on (Eu­ro­grup­pe) in Brüs­sel tref­fen, um über die Re­form­agen­da der Re­gie­rung Tsi­pras zu be­ra­ten.

Im Fe­bru­ar war der Hilfs­kre­dit bis Ju­ni ver­län­gert wor­den. Die noch aus­ste­hen­den Gel­der wer­den aber nur aus­be­zahlt, falls At­hen ei­nen aus­rei­chend kon­kre­ten Re­form­ka­ta­log vor­legt. Die bis­he­ri­ge Ver­si­on über­zeug­te die Gläu­bi­ger nicht. Me­di­en be­rich­te­ten, dass nun ein über­ar­bei­te­ter Ka­ta­log vor­lie­ge. Von of­fi­zi­el­ler Sei­te wur­de das nicht be­stä­tigt. Aber Eu­ro­grup­pen­chef Je­ro­en Di­js­sel­blo­em sag­te am Mitt­woch im­mer­hin, es sei­en «ziem­lich vie­le Fort­schrit­te» ge­macht wor­den.

Die Er­war­tun­gen auf ei­nen po­si­ti­ven Aus­gang des Mee­tings nächs­ten Mon­tag spran­gen dar­auf­hin in die Hö­he. Zehn­jäh­ri­ge grie­chi­sche Staats­an­lei­hen ren­tier­ten tie­fer und schlu­gen da­mit die in­ter­na­tio­na­len Bond­märk­te: 10,8%, zwei Ta­ge da­vor 11,2%, resp. zwei­ein­halb Wo­chen zu­vor 14% (vgl. Grafik). Am Frei­tag auf Ar­beits­be­such in Rom dämpf­te Di­js­sel­blo­em zu grosse Hoff­nun­gen. Es wer­de am Mon­tag nichts de­fi­ni­tiv be­schlos­sen wer­den, sag­te er. EU-Kom­mis­sar Mosco­vici sprach von gros­sen Dif­fe­ren­zen zwi­schen den Ver­hand­lungs­part­nern. Und das «Wall Street Jour­nal» zi­tier­te am Abend ei­ne EU-in­ter­ne Qu­el­le, wo­nach der Re­form­ka­ta­log At­hens un­ge­nü­gend sei. Es bleibt al­so span­nend.

Am Frei­tag be­riet das po­li­ti­sche Se­kre­ta­ri­at der re­gie­ren­den Lin­ken, Sy­ri­za, dar­über, wie weit die Kon­zes­sio­nen ge­hen kön­nen. Im Par­la­ment un­ter­strich Tsi­pras glei­chen­tags, die Re­gie­rung wer­de die Pen­sio­nä­re und den Ar­beits­markt schüt­zen. Zu­letzt hat sie Wahl­ver­spre­chen ein­ge­löst. Am Di­ens­tag wur­de ein Ge­setz ver­ab­schie­det, das die Neu­ein­stel­lung von 13 000 Staats­an­ge­stell­ten vor­sieht, die zu­vor im Zu­ge der Ein­spa­run­gen der Vor­gän­ger­re­gie­rung ent­las­sen wor­den wa­ren. Ver­gan­ge­ne Wo­che war be­reits das staat­li­che Fern­se­hen ERT wie­der er­öff­net wor­den, das 2013 aus Spar­grün­den still­ge­legt wor­den war, was vom Ver­wal­tungs­ge­richt für wi­der­recht­lich er­klärt wur­de. 15 000 Be­schäf­tig­te er­hiel­ten nun ih­ren Ar­beits­platz zu­rück.

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