Re­kord­vo­lu­men in eu­ro­päi­schen ETF

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Selbst­ge­mach­te Ge­schen­ke be­rei­ten be­son­de­re Freu­de. Zu sei­nem fünf­zehn­ten Ge­burts­tag im April hat sich der eu­ro­päi­sche Markt für bör­sen­ge­han­del­te Fonds (Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds, ETF) qua­si selbst be­lohnt, in­dem er sein An­la­ge­vo­lu­men erst­mals über 500 Mrd. $ ge­stei­gert hat. Die nun 513 Mrd. $ ent­spre­chen zwar erst 458 Mrd. €, doch die glo­ba­len Sta­tis­ti­ken wer­den in Dol­lar rap­por­tiert.

Das ver­wal­te­te Ver­mö­gen nahm von Ja­nu­ar bis April zu, weil An­le­ger 38 Mrd. $ neu in­ves­tier­ten und weil die ETF auf eu­ro­päi­sche Ak­ti­en und Ob­li­ga­tio­nen an Wert ge­wan­nen. Ur­sa­che für das Ge­burts­tags­ge­schenk war – wie könn­te es die­ser Ta­ge an­ders sein – die Geld­po­li­tik.

Die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) hat mit ih­rem An­lei­hen­kauf­pro­gramm ein Kurs­feu­er­werk ent­facht, wäh­rend die USNo­ten­bank Fed mit ei­ner ers­ten Leit­zins­er­hö­hung lieb­äu­gelt. Das spie­gelt sich im Ka­pi­tal­fluss: Die fünf ge­frag­tes­ten An­la­ge­seg­men­te stam­men al­le aus Eu­ro­pa. Den gröss­ten Ab­fluss er­lit­ten ETF auf USAk­ti­en (vgl. Ta­bel­le un­ten).

Deut­sche Ak­ti­en wa­ren im ers­ten Quar­tal eben­falls be­liebt, doch im April wur­den ETF auf den Dax mas­sen­haft ver­kauft. Der In­dex hat seit dem Jah­res­höchst vom 10. April gut 7% ver­lo­ren.

In den USA ha­ben ETF ei­ne län­ge­re Tra­di­ti­on, das An­la­ge­vo­lu­men ist vier­mal grös­ser. Eu­ro­pa holt auf, und da­bei – auch dies ein Zei­chen der Zeit – spre­chen die Be­hör­den ein Wört­chen mit. ETF aus den USA sind nicht kon­form mit der eu­ro­päi­schen Re­gle­men­tie­rung Ucits und müs­sen in je­dem Land se­pa­rat re­gis­triert wer­den. Das ist auf­wen­dig und teu­er. So­mit ha­ben vie­le US-An­bie­ter Ko­pi­en ih­rer po­pu­lärs­ten hei­mi­schen ETF lan­ciert, als UcitsVer­si­on für eu­ro­päi­sche An­le­ger. Dar­um hat sich im ver­gan­ge­nen Jahr der Zuf­luss in eu­ro­päi­sche ETF ver­dop­pelt.

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