Re­power stösst Pro­jekt für Kraft­werk ab

Finanz und Wirtschaft - - ENERGIE/ROHSTOFFE - MG

Der Bünd­ner Ver­sor­ger Re­power ver­kauft sein prak­tisch rea­li­sie­rungs­rei­fes Pro­jekt für ein Gas- und Dampf­kraft­werk in Le­ver­ku­sen an den deut­schen Strom­er­zeu­ger Steag. Über den Ver­kaufs­preis ha­ben die Par­tei­en Still­schwei­gen ver­ein­bart. Re­power ha­be sich ent­schlos­sen, das Vor­ha­ben in Deutsch­land nicht selbst oder zu­sam­men mit ei­nem Part­ner zu rea­li­sie­ren, son­dern es zu ver­kau­fen, teil­te das in Po­s­chia­vo an­säs­si­ge Un­ter­neh­men mit. Die Auf­he­bung des Eu­romin­dest­kur­ses, die an­hal­tend nied­ri­gen Ener­gie­prei­se und of­fe­ne Fra­gen um die För­der­me­cha­nis­men schränk­ten die In­ves­ti­ti­ons­fä­hig­keit von Re­power ein und ver­un­mög­lich­ten ihr der­zeit ei­nen po­si­ti­ven In­ves­ti­ti­ons­ent­scheid. Das Un­ter­neh­men geht da­von aus, dass sich an die­sen Um­stän­den mit­tel­fris­tig nichts än­dert.

Zwar hät­ten die Bünd­ner das Kraft­werk auf­grund der Auf­he­bung des Eu­romin­dest­kur­ses güns­ti­ger bau­en kön­nen als vor­her. Aber der Preis­ver­fall an der eu­ro­päi­schen Strom­bör­se und ne­ga­ti­ve Wech­sel­kurs­ef­fek­te hät­ten da­zu ge­führt, dass Re­power für ih­ren Roh­stoff jetzt nur ein Vier­tel des Prei­ses er­hal­te, den sie noch vor ein paar Jah­ren da­für ge­löst ha­be, er­läu­tert Me­dien­spre­cher Werner St­ein­mann den Ent­scheid. Die Fol­ge sei, dass das Un­ter­neh­men «zu we­nig Geld für In­ves­ti­tio­nen» ha­be. Da­zu kom­me, dass die deut­schen För­der­me­cha­nis­men für Kraft-Wär­me-Kop­pe­lun­gen, die im Kraft­werk in Le­ver­ku­sen an­ge­wen­det wür­den, wei­ter­hin un­klar sei­en.

Noch vor ein paar Jah­ren war Re­power ein Un­ter­neh­men mit hoch­flie­gen­den Plä­nen für meh­re­re Gross­pro­jek­te. Nach dem Ver­kauf des Vor­ha­bens in Le­ver­ku­sen ist jetzt prak­tisch nichts mehr da­von üb­rig ge­blie­ben. Der Bau ei­nes Koh­le­kraft­werks in Sa­li­ne Jo­ni­che in Ita­li­en muss­te nach dem Nein in ei­ner Volks­ab­stim­mung im Kan­ton Grau­bün­den auf­ge­ge­ben wer­den. Der Bau ei­nes Pump­spei­cher­kraft­werks am La­go Bi­an­co im En­ga­din und der Aus­bau des Lauf­kraft­werks Chlus im Prät­ti­gau lie­gen auf Eis, weil sich Strom aus Was­ser in der Schweiz zur­zeit nicht rech­net.

Re­power will die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel jetzt auf die In­stand­hal­tung und die Er­neue­rung be­ste­hen­der Was­ser­kraft­wer­ke, et­wa im Pu­schlav, und auf we­ni­ge stra­te­gi­sche Vor­ha­ben – dar­un­ter das neue Ge­schäfts­feld New Tech Bu­si­ness – kon­zen­trie­ren. Das Un­ter­neh­men schrieb 2014 ei­nen Ver­lust von 33 Mio. Fr., im Jahr da­vor wa­ren es gar 152 Mio. Fr. ge­we­sen. Ei­ne In­ves­ti­ti­on in Re­power ist auf­grund des her­aus­for­dern­den Markt­um­felds und der un­si­che­ren Rah­men­be­din­gun­gen zur­zeit nicht zu emp­feh­len.

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