Zins­an­stieg bringt Pen­si­ons­kas­sen mehr Freud als Leid

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Der Wie­der­an­stieg der Markt­ren­di­ten hat die Prei­se der Ob­li­ga­tio­nen pur­zeln las­sen. Für In­ves­to­ren mit gros­sem An­lei­hen­porte­feuille – et­wa Pen­si­ons­kas­sen und Ver­si­che­rer – sind die seit Jah­res­be­ginn auf­ge­bau­ten Buch­ge­win­ne wie­der zum gros­sen Teil zer­ron­nen (vgl. Chart). «Die dies­jäh­ri­ge Ge­samt­per­for­mance von An­lei­hen von zwi­schen­zeit­lich mehr als 2% ist auf noch et­wa 1% ein­ge­dünnt», sagt Re­to Wild vom Be­ra­tungs­un­ter­neh­men Com­ple­men­ta.

Er schätzt, dass des­halb der De­ckungs­grad der Pen­si­ons­kas­sen im Schnitt 0,5 Pro­zent­punk­te ab­ge­nom­men hat. En­de 2014 be­trug das durch­schnitt­li­che De­ckungs­ver­hält­nis von Ver­mö­gen zu Ver­pflich­tun­gen der Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen 107%, wie Com­ple­men­ta in ih­rem Ri­si­koCheck-up er­rech­net hat. Die rund 2000 Pen­si­ons­kas­sen ha­ben im Schnitt et­wa 40% der ku­mu­liert gut 800 Mrd. Fr. an den Zins­märk­ten an­ge­legt. Wei­te­re be­deu­ten­de An­la­ge­klas­sen sind Ak­ti­en (rund 30%-An­teil) und Im­mo­bi­li­en (20%).

Am Ka­pi­tal­markt ein­ge­setzt ha­be ei­ne Ge­gen­be­we­gung zum har­schen Ren­di­te­zer­fall nach dem Ne­ga­tiv­zins­ent­scheid der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank im Ja­nu­ar, sagt Adri­an Ry­ser, An­la­ge­chef der Mi­gros-Pen­si­ons­kas­se, zu «Fi­nanz und Wirt­schaft». Net­to sei­en die Fran­ken­zin­sen im­mer noch nied­ri­ger als zu Jah­res­be­ginn. «Die Be­we­gung ist nicht so si­gni­fi­kant, als dass ir­gend­wel­che Ak­tio­nen aus­zu­lö­sen wä­ren.» Für Neu­an­la­gen sei das Zins­ni­veau von Staats­ob­li­ga­tio­nen nach wie vor we­nig at­trak­tiv.

Pen­si­ons­kas­sen­be­ra­ter Wild hält die Zins­be­we­gung ins­ge­samt für vor­teil­haft: «Für Neu­an­la­gen ver­bes­sert sich der Er­trag, und zu­gleich ver­min­dert sich der Druck, we­gen ne­ga­ti­ver Ren­di­te aus der Ob­li­ga­tio­nen­tran­che um­zu­schich­ten.» Die fest­ver­zins­li­chen An­la­gen dien­ten den Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen als Sta­bi­li­sa­tor. «Bei Schocks am Ak­ti­en­markt ha­ben sich ins­be­son­de­re Staats­an­lei­hen in der Ver­gan­gen­heit stets als re­sis­ten­ter Port­fo­li­o­be­stand­teil er­wie­sen.» Sie wür­den trotz ver­eng­ter Ren­di­te­per­spek­ti­ve das At­trak­ti­vi­täts­merk­mal be­hal­ten, die Vo­la­ti­li­tät des Ge­samt­porte­feuilles zu glät­ten.

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