Russ­land­he­bel

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Russ­land sei der am meis­ten ge­hass­te Ak­ti­en­markt der Welt, sag­te die In­ves­to­ren­le­gen­de Jim Ro­gers vor kur­zem im Ge­spräch mit der FuW. Wenn schon mit viel Ri­si­ko auf ei­ne Er­ho­lung des rus­si­schen Ak­ti­en­mark­tes set­zen, dann mit dem rich­ti­gen He­bel. Zu den Ak­ti­en mit ho­hem Be­ta, al­so mit gros­sen Aus­schlä­gen zum Ge­samt­markt, ge­hö­ren die Ti­tel der rus­si­schen Gross­bank Sber­bank (Mos­kau: SBER, Kurs 74.70 Ru­bel, Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung 1615 Mrd. Ru­bel oder 30,6 Mrd. Fr.). Die als ADR auch in Lon­don und New York ko­tier­ten Ak­ti­en ha­ben sich von ih­ren Tiefs et­was ge­löst, no­tie­ren aber im­mer noch deut­lich nied­ri­ger als in den letz­ten Jah­ren.

Sber­bank sind ei­ne Wet­te auf hö­he­re Öl- und Roh­stoff­prei­se und auf ei­ne Lo­cke­rung der Sank­tio­nen ge­gen Russ­land – auf ei­ne Er­ho­lung der Wirt­schaft und ei­nen fes­te­ren Ru­bel. Die He­be­lef­fek­te auf die Ak­ti­en­kursper­for­mance wä­ren dann ent­spre­chend stark. Un­ab­hän­gig da­von ar­bei­tet die Bank dar­an, ih­re Pro­fi­ta­bi­li­tät zu ver­bes­sern. Ent­spre­chen­de Kos­ten­pro­gram­me lau­fen.

Die Ana­lys­ten von J. P. Mor­gan, die Sber­bank als «Out­per­form» mit Kurs­ziel 100 Ru­bel zum Kauf emp­feh­len, set­zen auch auf Wett­be­werbs­vor­tei­le: Die Uni­ver­sal­ban­ken, mit de­nen Sber­bank kon­kur­riert, sei­en in si­gni­fi­kant schlech­te­rer Ver­fas­sung. Sber­bank, die nach Schät­zun­gen 2015 mit rund 1,4 Bio. Ru­bel (rund 23 Mrd. Fr.) Er­trag ei­nen Ge­winn von 140 Mrd. Ru­bel (2,3 Mrd. Fr.) er­zie­len dürf­te, soll­te da­von pro­fi­tie­ren. J. P. Mor­gan er­war­tet, die rus­si­sche Gross­bank wer­de in den Be­rei­chen Re­tail und Fir­men­kun­den im obe­ren Qua­li­täts­seg­ment Markt­an­tei­le ge­win­nen.

Die Net­to­zins­mar­ge der Sber­bank ha­be im Ja­nu­ar mit 2,9% ein un­ge­wohnt nied­ri­ges Ni­veau er­reicht, von dem sich die Bank be­reits et­was ge­löst ha­be und das sich wei­ter ver­bes­sern soll­te. Mit der Er­ho­lung des Ru­bels ent­span­ne sich die Si­tua­ti­on. Die Bank ha­be ih­re Fi­nan­zie­rung ver­bil­ligt und die Kon­di­tio­nen für Aus­lei­hun­gen an­ge­passt. Im Er­geb­nis soll­te sich die Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te in die Re­gi­on von mehr als 15% be­we­gen, er­war­tet J. P. Mor­gan.

Für 2016 wird ei­ne mas­si­ve Ge­winn­stei­ge­rung er­war­tet. Ge­mäss Bloom­berg lie­gen die jün­ge­ren Ge­winn­schät­zun­gen für 2015 bei knapp 7 Ru­bel und für 2016 bei rund 15 Ru­bel je Ak­tie. Das Kur­sGe­winn-Ver­hält­nis 2016 be­trägt da­mit un­ge­fähr 5, was sehr tief ist. Das ak­tu­el­le Kurs-Buch­wert-Ver­hält­nis (KBV) er­reicht nur 0,8. Das his­to­ri­sche KBV (Kurs ge­mes­sen am Buch­wert der zu­rück­lie­gen­den zwölf Mo­na­te) liegt klar un­ter dem Schnitt der letz­ten Jah­re.

Das nied­ri­ge Ni­veau der Be­wer­tungs­kenn­zif­fern spie­gelt das tie­fe Miss­trau­en von An­le­gern. Stellt sich dies als über­trie­ben her­aus, wür­de das Ge­winn­wachs­tum in Ver­bin­dung mit der Stei­ge­rung des Be­wer­tungs­ni­veaus zu gros­sen Kurs­ge­win­nen füh­ren.

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