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Finanz und Wirtschaft - - ROKRISE TEIL 4: DIE EUROPÄISCHE ZENTRALBANK - TM

Der Kauf ge­deck­ter Schuld­ver­schrei­bun­gen (Pfand­brie­fe bzw. Co­ve­r­ed Bonds) war ne­ben Zins­sen­kun­gen ei­ne der ers­ten Kri­sen­mass­nah­men der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB). Von Mit­te 2009 bis Mit­te 2010 er­warb sie Co­ve­r­ed Bonds für 60 Mrd. €. Das zwei­te CB-Pro­gramm über 40 Mrd. be­gann 2011 und soll­te die Fi­nan­zie­rungs­kos­ten der Ban­ken sen­ken, was in­des kaum ge­lang. Des­halb zün­de­te die EZB die bei­den ers­ten lang­fris­ti­gen Re­fi­nan­zie­rungs­ope­ra­tio­nen (LTRO). Sie ent­spann­ten die Li­qui­di­täts­la­ge im eu­ro­päi­schen Ban­ken­sys­tem.

Un­ter dem Se­cu­ri­ties Mar­kets Pro­gram (SMP) hat die EZB zwi­schen Mai 2010 und Sep­tem­ber 2012 vor al­lem Staats­an­lei­hen ge­kauft, ins­ge­samt für 210 Mrd. €. Die Trans­ak­tio­nen wur­den bis Ju­ni 2014 ste­ri­li­siert – die EZB ent­zog dem Markt aus Angst vor In­fla­ti­on die durch die An­käu­fe zu­ge­gan­ge­ne Li­qui­di­tät wie­der durch Fein­steue­rungs­ope­ra­tio­nen. Das SMP wur­de im Sep­tem­ber 2012 mit dem Be­schluss des OMT-Pro­gramms (Ou­t­right Mo­ne­ta­ry Tran­sac­tions) ein­ge­stellt. Mit der Zu­si­che­rung die­ser an Re­form­be­din­gun­gen ge­knüpf­ten An­lei­hen­käu­fe ge­lang die Be­ru­hi­gung der Märk­te. Ein­ge­setzt wer­den muss­ten sie nie.

Die SMP-Käu­fe nicht mehr zu ste­ri­li­sie­ren war Teil des Mass­nah­men­pa­kets vom Ju­ni 2014. Da­zu ge­hör­ten die ge­ziel­ten lang­fris­ti­gen Re­fi­nan­zie­rungs­ope­ra­tio­nen ( Tar­ge­ted Lon­ger Term Re­fi­nan­cing Ope­ra­ti­ons, TLTRO) für die Ban­ken, un­ter der Be­din­gung, dass sie die Kre­di­te an Un­ter­neh­men und Haus­hal­te wei­ter­ge­ben. Aus­ser­dem kün­dig­te die EZB an, ab dem vier­ten Quar­tal Co­ve­r­ed Bonds und Ver­brie­fun­gen (As­set Ba­cked Se­cur­ties, ABS) auf­zu­kau­fen.

Im Ja­nu­ar 2015 kün­dig­te die EZB neue An­lei­hen­käu­fe an, die bis Sep­tem­ber 2016, oder bis sich die Teue­rungs­er­war­tun­gen sta­bi­li­siert ha­ben, dau­ern sol­len. Seit März 2015 pumpt sie mo­nat­lich 60 Mrd. € in die Märk­te. Drei Vier­tel der An­käu­fe sind Staats­an­lei­hen, der Rest Su­pra­na­tio­nals ( Ti­tel eu­ro­päi­scher EU-In­sti­tu­tio­nen), An­lei­hen der EIB oder des Eu­ro­ret­tungs­schirms EFSF so­wie Wert­pa­pie­re der bei­den im Sep­tem­ber 2014 lan­cier­ten Pro­gram­me.

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